
Der gute Hirte ist heimgegangen. Pfarrer Franz Mayr (19. 11. 1939 - 25. 1. 2019)
Er war unser geliebter alter Pfarrer von St. Nikolaus, zugleich der letzte Pfarrer, den St. Nikolaus noch „alleine für sich" hatte. Der Bauernbub aus Strassen ist am 25. Jänner 2019 im Priesterstock des Sanatoriums Hochrum im 80. Lebensjahre heimgegangen. Der hochstudierte Monsignore, Doktor der Theologie, Oberstudienrat, Leiter des Bischöflichen Schulamtes, Verbindungsseelsorger, Ehrenbürger von Birgitz, war priesterlich ein leutseliger und humorvoller, sozial denkender und - wenn es denn angemessen war - entschlussfester Mensch. Titel waren ihm fremd. Sein Wirken als unser Pfarrer (von 1989- 2010) war von grund-legendem Respekt, prinzipiellem Wohlwollen und viel Gespür für die An-den-Rändern-des-Lebens-Stehenden getragen. Priesterliches „Getue" und „Gehabe" waren ihm fremd. Insofern war er ganz im Stile von Papst Franziskus. Er war das, was man erfrischend eine natürliche Autorität bezeichnen darf.
Die Kirche hat er, rein institutionell gesehen, nüchtern betrachtet. Er war in Tirol ein Vertreter der mitunter recht kurienkritischen Priesterinitiative.
Wertvolles hat er durch die lebens(an)leitende Kommunikative Theologie, der auch ein Besuch in Kenia gewidmet war, gelernt.
Seine Haltung der Sorge leitete sein Fühlen und Handeln auch als Religionslehrer an Pflichtschulen, an Innsbrucks HASCH und HAK und als Seelsorger: in Mösern, Thaur, Wilten-West, St. Paulus, Birgitz (wo er auch Ehrenbürger war), Pfaffenhofen und St. Nikolaus (seinem längstwährenden Seelsorgsort) und nach seiner Pensionierung im Sanatorium Hochrum.
Sein im wahrsten Sinne seelsorgendes Tun galt in den knapp 53 Jahren seines priesterlichen Wirkens allen, kirchennah und kirchenfern, auch den „Staudenhockern", seinen MitarbeiterInnen und LehrerInnen im bischöflichen Schulamtsdienst, seinen Pfarreien, dem Priesterrat, der Gesprächsoase, in besonderer Weise aber den Kranken und früh schon den Flüchtlingen.
Ein offenes Herz für die Am-Rande Stehenden, für die Ökumene sowie sein Einfühlen in die Situation Geschiedener und ein großes Verstehen der Anders- und Nicht(mehr)glaubenden zeichneten ihn aus.
Ja, unser pastor bonus ist heimgegangen. Die Wohnung für ihn war bereitet. Er hat sie gefunden. Der hl. Petrus hat ihm wohl ein Gläschen Wein kredenzt und dann haben alle St. Nikolauser, die ihn erlebt haben und schon eine Etage höher sind, seinen Lieblingschoral "Schweiget und höret" angestimmt. Besonders die, die hienieden krank waren und ihn herunten sorgsam und tröstend erlebt haben und denen er besonders zugetan war, freuen sich nun, dass sein Leiden aufgehört hat. Auch das Pfarrcafé trauert: Sein Stammgast ging heim. Wie gern hat er doch zu einem Stamperl eingeladen oder zu einem Gastmahl eingeladen und humorig alle um sich vereint.
Pfarrer Franz wusste um den tiefen Sinn von Brot-Brechen, Danke-Sagen und Gastfreundschaft. Nun ist er im Haus des Herrn dort, wo unser aller Urheimat ist.
Die Schäfchen seiner Pfarrweide sind in Trauer und im Glauben an die Auferstehung vereint. Der treue Diener Gottes fehlt herunten, aber wir brauchen ihn fürsprechend auch so dringend oben. Du wirst mit uns nicht arbeitslos. Auch oben hast du einen Fulltimejob!
Vergiss diese deine St. Nikolauser Schäfchen nicht, lieber guter Pfarrer Franz! Und sag nur nicht, da oben sei es schöner als in St. Nikolaus!
Peter Stöger, Pfarrgemeinderat St. Nikolaus
Christi Himmelfahrt
14. Mai 2026, 08:30 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
Pfingstsonntag
24. Mai 2026, 08:30 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
Die Pfarrkirche St. Nikolaus nimmt als bedeutendstes Denkmal neugotischer Kirchenarchitektur in Tirol eine dominante Stellung für das Stadtbild ein. Der Bau erfolgte 1881 nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil und wurde 1885 geweiht.
Bereits im Jahre 1313 stand an dieser Stelle eine Kapelle.
Das Patrozinium feiern wir am 6. Dezember.

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