
Norbert Leutschacher (*1941 - † 2019)
Einer, der das Herz der Zuhörer berühren konnte.
Sechs Uhr morgens. Halbdunkel. Zitherklänge. Schwingt da nicht ein Engele mit? Ja noch eins und noch eins. Norbert spielt zum Rorate. Noch liegen kleine Schneekristalle auf unseren Wintermän-teln. Und plötzlich, so sanft wie sein Saitenspiel, geschieht das Wunder: „Die Engelen dö kugelen ganz haufnweis hervor". Advent in St. Nikolaus. Bald darauf ... „Es wird schon glei dumpa ... „.
„Die Welt ist Klang", so nennt sich denn der Buchtitel eines Musikexperten. Norberts Leben war Klang. Und er setzte sich fort in uns Pfarrkindern. Es überrascht deshalb nicht: Sein um-gängliches Wesen fand Anklang. Das Leben ist ein einziger Klangkörper. Jeder hat ihn. Auch die, denen verkehrte Lehrer einzureden versuchten, dass sie so gar nicht musikalisch seien. Norbert verstand es, die besten Saiten unserer Pfarrgemeinde zum Klingen zu bringen. So möge sein Nachruf denn im „Dreiklang" seinen Klangort haben. Es wird nicht lang „dumpa" gewesen sein als Norbert am 22. August oben ankam. Die Engelen kannten ihn ja schon und begrüßten alt-vertraut ihr St. Nikolauser Lieblingskind. Aber auch wir herunten, die irdischen Engele-Bengele und Bengele-Engele, ließen uns von ihm gerne in seine Zitherklänge oder im Pfarrcafé in seine Singsprüche nehmen. Er war eben ein einnehmender Mensch.
Am 22. August ist er - im Licht der Ewigkeit betrachtet, eine halbe Nanosekunde vor uns - heim-gegangen, zurückgekehrt zu seinem Sohn. Damit hat sich seine Lebenswunde, in Würde getragen, schließen dürfen. Der Volksmusik- und Krippenfreund, war in unserer Pfarre eine Schlüsselfigur. Norbert leitete über Jahrzehnte das Mariensingen am 8. Dezember, war der gute Geist dahin-ter, dass das Singen der Klagelieder des Jeremias in der Passionswoche nicht verloren ging. Er war Treue in Person, in seiner Kindheit schon als Ministrant, späterhin als Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenrat, als Mitglied der Katholischen Männerbewegung, als Lektor, Kantor, Kommu-nionhelfer, bei den Donnerstag-Abendandachten, bei den Exerzitien im Alltag und, in seinem Stammbeisl „Pfarrcafé". Und, und, und ... Er, der so viele Dienste für St. Nikolaus tat, war, was alles überwiegt, ein so liebevoll sich sorgender Ehe-mann für Annemarie, die wir besonders in dieser schweren Zeit begleitet wissen wollen. Norbert war so fröhlich wie spirituell auch, so leutselig wie tiefsinnig auch. All das, was man einen lieben Kerl nennt, über den man als Freund, als Nach-bar oder Schwiegerpapa sich freuen kann. Er war so selbstverständlich hilfsbereit, man konn-te sich ihn gar nicht anders vorstellen. Er war geerdet, sein froher Sinn immer den Menschen zugewandt. Zugleich konnte er einfühlsam und kritisch zugleich über den Glauben reden. Die Krise der Kirche registrierte er, sie tangierte ihn aber nicht in seinen Grundfesten. Er zeigte uns, was für eine heilsame Wirkung doch der Humor hat. Darin war er einzigartig. Es gibt ja durch-aus humorige Leute, die bei geistigen Fragen aber schnell einmal Aspirin brauchen und es gibt durchaus vergeistigte Leute, die das Lachen verlernt haben. Humor und Spiritualität waren bei ihm in Freundschaft, die er so gerne teilte, ungeschieden beisammen und das eine schien das andere zu speisen. Kurzum: Er war ein run-der Mensch, eine treue Seele und bei allen sehr beliebt. So stolz hat er auch immer, im Verein mit Annemarie, von den Kindern erzählt.
Er wird die Zither wohl mitgenommen haben und dort oben für mehr musikalische Ab-wechslung sorgen (damit nicht immer nur Halleluja gesungen wird, was in einem Münch-ner-Schwank, schon einen Weiß Ferdl ganz schön genervt hat). Wir freuen uns, wenn Du, lieber Norbert, uns dereinst einmal, wenn wir oben eintrudeln, uns zum Einstand mit sanften und frohen Zitherklängen empfangen wirst. Pfiat Di!
Im Glauben vereint für die St. Nikolauser Pfarrfamilie
Peter Stöger
Christi Himmelfahrt
14. Mai 2026, 08:30 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
Pfingstsonntag
24. Mai 2026, 08:30 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
Die Pfarrkirche St. Nikolaus nimmt als bedeutendstes Denkmal neugotischer Kirchenarchitektur in Tirol eine dominante Stellung für das Stadtbild ein. Der Bau erfolgte 1881 nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil und wurde 1885 geweiht.
Bereits im Jahre 1313 stand an dieser Stelle eine Kapelle.
Das Patrozinium feiern wir am 6. Dezember.

Hier finden Sie alles, was in unserer Pfarrgemeinde auf den ersten Blick verborgen ist.