
Heuer führte uns der Krippenausflug am 8. Jänner nach Axams. Nach zweijähriger Corona-Pause konnten wir heuer wieder Krippen in den Privathäusern bewundern. Wir trafen uns zusammen mit einer Gruppe aus Naturns bei der Kirche in Axams, wo wir zuerst gemeinsam die Krippe in der Kirche bestaunten. Die Krippe stammt aus dem Jahr 1804 mit einem gemalten Hintergrund. Es sind relativ große (Holz)Figuren von Herrn Falschlunger mit Wachsköpfen von Josef Löffler und Glasaugen. Die Gliedmaßen der Figuren haben Gelenke und können beliebig geformt werden. Die Figuren sind mit prachtvollen Gewändern bekleidet. Die Krippe wird in fünf Szenarien aufgestellt. In der Adventzeit wird die Herbergsuche gezeigt, zu Weihnachten die Geburt und zu Neujahr die Beschneidung. Bei unserem Besuch war die Szene der königlichen Anbetung zu sehen. Der kniende König mit dem goldenen Vlies und dem Doppeladler steht für den Erdteil Europa. Zuletzt wird noch die Anbetung des Herrn dargestellt. Die Gloriole stammt vom Thaurer Schnitzer Giner.
Nach dem Besuch in der Kirche und dem gemeinsam angestimmten Lied „Seht ihr unser'n Stern dort stehen" teilten wir uns in vier Gruppen auf – zwei für St. Nikolaus und zwei für Naturns und besuchten mit einer ortskundigen Begleitperson verschiedene Haushalte in Axams.
Meine Gruppe startete bei der Dorfkrippe, welche mit Figuren von verschiedenen Schnitzern aus Axams bestückt ist. Die geschnitzten Holzfiguren sind groß und gefassen, aber nicht bekleidet.
Die erste private Station war das Haus von Alois Hepperger, der auch einmal Obmann des Krippenbauvereines war. Bei ihm ist die Liebe zur Krippe vom Elternhaus geprägt. Seine Krippe entstand in den letzten 30 Jahren. Er hat zur Hochzeit den ersten Teil der Krippe geschenkt bekommen und dann zusammen mit seiner Frau die Figuren und den Berg stetig erweitert. Meist stellt er die Figuren auf und seine Frau ist zuständig für die Botanik. In der Krippe konnten wir verschiedene Szenen wie die Herbergsuche, die Verküdigung, die Anbetung und die Flucht nach Ägypten bewundern. Die anbetenden Könige haben dasselbe Gewand wie die reitenden Könige. Allerdings wurden bei den reitenden Königen die Schuhe nicht mehr in Gold gefassen, da schon einiges an Gold in der Krippe verarbeitet ist und dies zu viel des Guten gewesen wäre. Auch eine Brunnengruppe ist zu sehen. Ein sehr interessantes Bild, das mich fasziniert hat, ist der Friedensgruß. Es sind zwei Gefolgsmänner der Könige, ein dunkel- und ein hellhäutiger Mann, die sich die Hand reichen. Insgesamt hat mir diese Krippe am besten gefallen, weil man die Liebe zum Detail gespürt hat. Für Alois Hepperger ist die Krippe so besonders, weil er sie nicht an einem Stück erworben hat, sondern sie sich stetig erweiterte. So hat es viel mehr Wert für ihn.
Die zweite private Station war bei Josef Beiler mit dem Hofnamen Klauseler. Er hat die Krippe von seinem Vater übernommen. Seine Krippe ist eine der ältesten geschnitzten Krippen in Axams. Den Berg hat Klauseler Senior gebaut, wobei die Stadt und der Stall schon vorhanden waren. Die Leinwand als Hintergrund stammt vom Kooperator von Axams. Die Figuren hat ein Störschnitzer in der Zwischenkriegszeit angefertigt. Störschnitzer sind Schnitzer, die durchs Land zogen und gegen Kost und Logis Kunstwerke schnitzten. Lustig waren in dieser Krippe drei Figuren, die gar nicht zu den anderen passten. Ein Koch und zwei Männer. Josef Beiler erklärte uns, dass dies sein Opa, sein Vater und er sind.
Bei der dritten privaten Station, bei Peppi Vent, konnten wir gleich zwei Krippen bestaunen. Im Gartenhäuschen wurden wir vom Enkelsohn mit Gloriawasser und Zelten begrüßt und sahen eine Krippe mit einem 120 Jahre alten Berg. Die Figuren sind von verschiedenen Schnitzern wie Öfner, Giner oder Breindl. Im Haus war eine zweite Krippe aufgestellt, die uns der Besitzer selbst stolz zeigte. Der Hintergrund und die Figuren stammen von Josef Zeisler, die Schafe von einem Axamer Schnitzer.
Die letzte private Station führte uns zu Anton Zimmermann mit dem Hausnamen Hanser Toni. Seine Krippe ist nach dem zweiten Weltkrieg entstanden. Den Berg hat sein Vater gebaut. Die Figuren stammen vom Schnitzer Speckbacher aus Thaur. Der Schnitzer war zusammen mit dem Vater von Anton Zimmermann in Kriegsgefangenschaft. Ein interessantes Detail ist, dass Speckbacher in jede Krippe seine Frau geschnitzt hat. In dieser Krippe ist sie als Brunnenfrau zu sehen, allerdings hat die Brunnenfrau – anders als die Frau von Speckbacher – blonde Haare. Die Schafe stammen von unterschiedlichen Schnitzern, ein paar sind auch von Spiegl. Es gibt in dieser Krippe keine Reiterei. Der Vater von Anton Zimmermann hat die Figuren immer nach Köpfen gezählt. So sind in der Krippe 95 Köpfe und 140 Schafe zu sehen. Den Hintergrund malte Seelos Junior. Anton Zimmermann erzählte uns, dass die Krippe ursprünglich in einem Erker aufgestellt war und der Hintergrund für den jetzigen Standort in der Kornkammer angepasst werden musste. Vor einigen Jahren wurde im Oberstock eine Bodenheizung installiert und nur durch Zufall kam seine Frau in die Kornkammer, wo sie sah, dass das Wasser über den Hintergrund geronnen war. Er hat daraufhin den Hintergrund auf seinen Traktor geladen und diesen zu dem Maler Seelos gefahren, damit er ihn restaurieren kann. Dies ist gut geglückt und man sieht jetzt keine Schäden mehr. Ein halbes Jahr nach diesem Vorfall ist Seelos verstorben. Anton Zimmermann hatte also riesen Glück, dass der Hintergrund noch gerettet werden konnte.
Wir wurden in Axams in allen Häusern freundlich willkommen geheißen und die Besitzer der Krippen hatten Freude daran, wenn wir Fragen stellten. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist, dass in Axams eine Krippenfahne an der Kirche gehisst wird. Die Fahne ist rot-weiß-gelb. Das hat den Hintergrund, dass gelb/weiß die Farben der Kirche sind. Rot steht für das Weltliche, nämlich die Krippe, das Kreuz und die Liebe. Es war wieder ein gelungener Ausflug, den wir in der „süßen Ecke" bei Kaffee und Kuchen ausklingen ließen.
Christi Himmelfahrt
14. Mai 2026, 08:30 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
Pfingstsonntag
24. Mai 2026, 08:30 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
Die Pfarrkirche St. Nikolaus nimmt als bedeutendstes Denkmal neugotischer Kirchenarchitektur in Tirol eine dominante Stellung für das Stadtbild ein. Der Bau erfolgte 1881 nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil und wurde 1885 geweiht.
Bereits im Jahre 1313 stand an dieser Stelle eine Kapelle.
Das Patrozinium feiern wir am 6. Dezember.

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