
Wir trauern an diesen
drei Tagen der Großen Woche
um den leidenden Herrn.
Wir beten die Psalmen,
in denen David
1000 Jahre vor Christus
sein Leiden vorausgeschaut;
wir hören die ergreifende Klage
des Propheten Jeremias
über sein zerstörtes Jerusalem;
in frommer Erinnerung versenken
wir uns in das Leiden des Herrn
in den Wechselgesängen der Mette.
Trauert und wehklagt,
denn der Tag des Herrn,
der große und bittere,
ist gekommen!
Pfarrer Eugen Bischof hat diese Form der Trauermette in den Vierzigerjahren bei uns eingeführt. Wie er immer betonte, hat er die Klagelieder während seines Studiums in Brixen (wahrscheinlich in der ursprünglichen lat. Fassung und für gemischte Stimmen v. Kerer-Mitterer) kennengelernt. Mit ziemlicher Sicherheit ist anzunehmen, dass er es war, der den Text ins Deutsche übersetzt und den Satz für Männerquartett bearbeitet hat. Das dazugehörende Mettenbuch schrieb Herr Erich Mayr sen. im Jahr 1944.
Eröffnung durch den Priester
1. Lass mich deine Leiden singen, Dank und Mitleid darzubringen
dir, unschuldig Gotteslamm, das von mir die Sünde nahm.
Präge, Herr, in unsre Herzen, all dein Leid und deine Schmerzen.
Lass uns deines Todes Pein, Trost in unsrem Tode sein.
(Wir setzen uns.)
Vorb.: Hilf mir, o Gott! Schon reicht mir das Wasser bis an die Kehle.
Alle: Ich bin in tiefen Schlamm versunken / und habe keinen Halt mehr.
V: Ich geriet in tiefes Wasser die Strömung reißt mich fort.
A: Zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf sind die, i die mich grundlos hassen.
V: Der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt; die Schmähungen derer,
die dich schmähten, haben mich getroffen.
A: Erhöre mich in deiner Huld, / Gott, hilf mir in deiner Treue
V: Entreiße mich dem Sumpf, damit ich nicht versinke!
A: Zieh mich heraus aus dem Verderben, / aus dem tiefen Wasser.
V: Lass nicht zu, dass die Flut mich überschwemmt, die Tiefe mich verschlingt,
der Brunnenschacht über mir seinen Rachen schließt!
A: Erhöre mich, Herr, in deiner Huld und Güte, / wende dich mir zu in deinem großen Erbarmen!
V: Verbirg nicht dein Gesicht vor deinem Knecht, denn mir ist Angst; erhöre mich bald!
A: Sei mir nah und erlöse mich! / Befrei mich, meinen Feinden zum Trotz!
V: Ganz krank bin ich vor Schmach; umsonst hab ich auf Mitleid gewartet, auf einen Tröster,
doch ich habe keinen gefunden.
A: Sie gaben mir Gift zu essen, / für den Durst reichten sie mir Essig. /
Ich bin elend und voller Schmerzen; / doch deine Hilfe o Gott, wird mich erhöhen.
Stimmet an das Klagelied des Propheten Jeremia. – ALEPH.
Ach, wie sitzt so einsam die volkreiche Stadt, zur Witwe ist sie geworden, die Herrin der Völker, die Fürstin der Länder ist in Knechtschaft gezwungen. – BETH. – Bitter weint sie des Nachts, ihre Wangen voll Tränen; es gibt für sie keinen Tröster unter all ihren Freunden. Ihre Buhlen sind treulos, alle sind jetzt ihre Feinde. – GIMEL. – In die Verbannung ging Juda vor Elend, vor drückender Knechtschaft; musste wohnen unter den Heiden, ohne Ruhe zu finden. Dort erreichen es alle seine Verfolger in höchster Bedrängnis. – DALETH. – Die Wege nach Sion trauern, von Pilgern verlassen. Alle seine Tore sind verödet, seine Priester weinen, seine Jungfrauen sind voll Betrübnis, denn sie sind bedrückt von bitterer Trauer. – HE. – Seine Feinde gelangten zum Siege, seine Bedränger triumphieren, denn der Herr, sein Gott, hat es gestraft wegen seiner zahllosen Sünden. Seine Kinder zogen gefangen einher vor ihrem Bedränger. – Jerusalem, Jerusalem, kehre heim zum Herrn, deinem Gott.
(Wir stehen auf.)
V: Am Ölberg betete Jesus zum Vater: „Vater, wenn es möglich ist,
so gehe dieser Kelch an mir vorüber ..."
A: Der Geist ist zwar willig, / aber das Fleisch ist schwach. /
Wachet und betet, / dass ihr nicht in Versuchung fallet.
V: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibt hier und wacht mit mir.
Jetzt werdet ihr die Schar sehen, die mich ergreifen wird.
Ihr alle werdet fliehen, ich aber gehe hin, mich für euch zu opfern.
A: Seht, die Stunde ist nahe, / da der Menschensohn den Händen der Sünder ausgeliefert wird. /
Ihr alle werdet die Flucht ergreifen / ich aber gehe hin, mich für euch zu opfern.
V: Mit einem Freundschaftskuss verriet mich einer meiner Freunde.
„Den ich küssen werde, der ist es, den ergreift."
A: „Judas, mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn?" /
Der Herr ließ es geschehen und verweigerte ihm den Kuss nicht. /
Um 30 Silberlinge liefert Judas Jesus den Feinden aus.
V: „Habt ihr nicht wenigstens eine Stunde mit mir wachen können?"
A: Ihr, die ihr versprochen habt, / mit mir ins Gefängnis und sogar in den Tod zu gehen.
2. Was du willst, das soll geschehen! hör ich dich zum Vater flehen,
als die Todesangst begann und dein Blut zur Erde rann.
Präge, Herr, in unsre Herzen, all dein Leid und deine Schmerzen.
Lass uns deines Todes Pein, Trost in unsrem Tode sein.
(Wir setzen uns.)
V: Herr, ich suche Zuflucht bei dir. Lass mich doch niemals scheitern!
A: Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit, / wende dein Ohr mir zu und hilf mir!
V: Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers, aus der Faust des Bedrückers und Schurken!
A: Herr, du bist ja meine Zuversicht meine Hoffnung von Jugend auf.
V: Verwirf mich nicht, wenn ich alt bin, verlass mich nicht, wenn meine Kräfte schwinden!
A: Denn meine Feinde reden schlecht von mir, / die auf mich lauern, beraten gemeinsam:
V: Sie sagen: „Gott hat ihn verlassen.
Verfolgt und ergreift ihn! Für ihn gibt es keinen Retter."
A: Gott, bleib doch nicht fern von mir! Mein Gott, eile mir zu Hilfe!
V: Ich aber will jederzeit hoffen, all deinen Ruhm noch mehren.
A: Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden und von deinen Wohltaten sprechen /
den ganzen Tag, / denn kann sie nicht zählen.
V: Meine Lippen sollen jubeln, denn dir will ich singen und spielen, meine Seele,
die du erlöst hast, soll jubeln.
A: Auch meine Zunge soll von der Gerechtigkeit reden den ganzen Tag. /
Denn alle, die mein Unglück suchen, / müssen vor Scham erröten und scheitern.
– VAU. – Und so zogen denn fort von Sion seine Vornehmen alle, seine Fürsten sind wie Schafe, die keine Weide finden, so wanken sie kraftlos einher vor ihrem Treiber. - ZAIN. - Jerusalem denkt an die Tage des Elends, da sein Volk in Feindeshand fiel und niemand half, da die Feinde zusahen und lachten, dass es zu Grunde gegangen. – HETH. – Jerusalem sündigte schwer, darum ward es zum Abscheu; seine Verehrer verachteten es nun, denn sie sehen seine Schande. Darum weint es voll Trauer und hat sich weggewendet. – TETH. – O Herr, sich an mein Elend, denn der Feind hat gesiegt. – Jerusalem, Jerusalem, kehre heim zum Herrn, deinem Gott.
(Wir stehen auf.)
V: Alle meine Freunde haben mich verlassen und meine Verfolger mich überwältigt. Einer, den ich liebte, hat mich verraten. Wut funkelte in ihren Augen. Mit grausamen Schlägen schlugen sie mich und Essig gaben sie mir zu trinken. Sie zählten mich zu den Verbrechern und schonten mein Leben nicht.
A: Mein teures Leben gebe ich in die Hände der Ruchlosen. / Es erheben sich gegen mich meine Feinde und sagen: / „Sammelt euch, beeilt euch, ihn zu zerreißen."
V: Schaut, wir haben ihn gesehen. Gestalt und Schönheit ist nicht an ihm.
Er hat unsere Sünden getragen und für uns leidet er. Er ist zerschlagen um unserer Sünden willen.
Durch seine Striemen sind wir geheilt.
Wahrlich, er trägt unser Leid, und unsere Schmerzen lud er auf sich.
A: Es brach eine Finsternis herein über das ganze Land, / als sie Jesus gekreuzigt hatten. /
Jesus rief mit lauter Stimme: /
„Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist!" / Und nach diesen Worten starb er. /
Der Vorhang des Tempels zerriss, / die Erde bebte, / Felsen spalteten sich und Gräber taten sich auf.
V: Meine Augen sind getrübt vom Weinen, denn er, der mein Trost war, ist fern von mir.
Ihr, die ihr vorübergeht, gebt acht und seht, ob ein Schmerz gleich meinem Schmerz ist.
3. Ohne jede Schuld erfunden, wirst du an den Pfahl gebunden,
wo man dich mit Geiseln schlägt, dich der unsre Sünde trägt.
Präge, Herr, in unsre Herzen, all dein Leid und deine Schmerzen,
Lass uns deines Todes Pein, Trost in unsrem Tode sein.
(Wir setzen uns.)
V: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage?
A: Ich bin ein Wurm und kein Mensch, / der Leute Spott, vom Volk verachtet.
V: Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
A: „Er wälze die Last auf den Herrn, / der soll ihn befreien!
Der reiße ihn heraus, / wenn er an ihm Gefallen hat!"
V: Sie sperren gegen mich ihren Rachen auf, reißende, brüllende Löwen.
A: Ich bin hingeschüttet wie Wasser, / gelöst haben sich all meine Glieder.
Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen.
V: Meine Kehle ist trocken wie eine Scherbe, die Zunge klebt mir am Gaumen,
du legst mich in den Staub des Todes.
A: Viele Hunde umlagern mich, / eine Rotte von Bösen umkreist mich. /
Sie durchbohrten mir Hände und Füße.
V: Man kann all meine Knochen zählen, sie gaffen und weiden sich an mir.
A: Sie verteilen unter sich meine Kleider / und werfen das Los um mein Gewand.
V: Entreiße mein Leben dem Schwert, mein einziges Gut aus der Gewalt der Hunde!
A: Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, / inmitten der Gemeinde dich preisen.
KAPH. – Das ganze Volk seufzt und ruft nach Brot, sie geben all ihre Kleinodien hin um Speise, ihr Leben zu fristen. Sieh an, o Herr, und schau, wie ich verachtet bin. – LAMED. – O ihr alle, die ihr des Weges vorübergeht, gebet acht und schauet, ob ein Schmerz gleich ist meinem Schmerze. Der Herr hielt Ernte an mir, so wie er sprach am Tage seines Zornes. – MEM. – Aus der Höhe sandte er Feuer auf mich und strafte mich hart. Er breitete ein Netz vor meinen Füßen aus und stieß mich zurück. ER macht mich trostlos und vor Gram hinsiechend. – NUN. – Schwer lastet meiner Sünden Joch auf mir, es flocht sie seine Hand und legte sie um meinen Hals, meine Kraft ist gebrochen. Der Herr hat mich mit dem Feinde preisgegeben, gegen den ich mich nicht erwehren kann. – Jerusalem, Jerusalem, kehre heim zum Herrn, deinem Gott.
(Wir stehen auf.)
V: Wie ein Lamm ward er zur Schlachtbank geführt und tat seinen Mund nicht auf.
Er ward in den Tod gegeben, um seinem Volke das Leben zu schenken.
A: Jerusalem, steh auf und lege deine Freudenkleider ah / und hülle dich in Sack und Asche, /
denn in dir wurde ermordet der Heiland der Welt. / Lass die Tränen fließen in Strömen Tag und Nacht.
V: Weine, mein Volk! Weinet, ihr Hirten, in Sack und Asche.
Denn der Tag des Herrn, der große und bittere, ist gekommen.
Ihr Priester, umgürtet euch, trauert und wehklagt. Ihr Diener des Heiligtums,
bestreut euch mit Asche, denn der Tag des Herrn, der große und bittere, ist gekommen.
A: Hinweggegangen ist unser Hirt, / die Quelle lebendigen Wassers. /
Bei seinem Hinscheiden hat sich die Sonne verfinstert.
V: Es trat eine Finsternis ein, als die Feinde Jesus gekreuzigt hatten.
Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!"
Und mit geneigtem Haupte gab er seinen Geist auf.
A: Seht, so stirbt der Gerechte / und niemand nimmt es sich zu Herzen.
Die Gerechten werden dahingerafft / und niemand achtet darauf.
(Wir knien.)
Der Priester nimmt die letzte brennende Kerze und trägt sie hinter den Hochaltar, (Symbol für die Grablegung unseres Herrn Jesus Christus).
Kurze Stille zur Besinnung.
Pr.: Wir sprechen gemeinsam das Schuldbekenntnis:
A: Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen,
und allen Brüdern und Schwestern,
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe
– ich habe gesündigt
in Gedanken, Worten und Werken –
durch meine Schuld, durch meine Schuld,
durch meine große Schuld.
Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
alle Engel und Heiligen
und euch Brüder und Schwestern,
für mich zu beten bei Gott, unserm Herrn.
Pr.: Erbarme dich unser, allmächtiger Gott,
lass uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben. Amen.
Segen und Entlassung
Eröffnung durch den Priester
1. O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn,
o Haupt zum Spott gebunden, mit einer Dornenkron,
o Haupt sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier,
jetzt aber frech verhöhnet: gegrüßet seist du mir.
(Wir setzen uns.)
Vorb.: Hilf mir, o Gott! Schon reicht mir das Wasser bis an die Kehle.
Alle: Ich bin in tiefen Schlamm versunken / und habe keinen Halt mehr.
V: Ich geriet in tiefes Wasser die Strömung reißt mich fort.
A: Zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf sind die, i die mich grundlos hassen.
V: Der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt; die Schmähungen derer,
die dich schmähten, haben mich getroffen.
A: Erhöre mich in deiner Huld, / Gott, hilf mir in deiner Treue
V: Entreiße mich dem Sumpf, damit ich nicht versinke!
A: Zieh mich heraus aus dem Verderben, / aus dem tiefen Wasser.
V: Lass nicht zu, dass die Flut mich überschwemmt, die Tiefe mich verschlingt,
der Brunnenschacht über mir seinen Rachen schließt!
A: Erhöre mich, Herr, in deiner Huld und Güte, / wende dich mir zu in deinem großen Erbarmen!
V: Verbirg nicht dein Gesicht vor deinem Knecht, denn mir ist Angst; erhöre mich bald!
A: Sei mir nah und erlöse mich! / Befrei mich, meinen Feinden zum Trotz!
V: Ganz krank bin ich vor Schmach; umsonst hab ich auf Mitleid gewartet, auf einen Tröster,
doch ich habe keinen gefunden.
A: Sie gaben mir Gift zu essen, / für den Durst reichten sie mir Essig. /
Ich bin elend und voller Schmerzen; / doch deine Hilfe o Gott, wird mich erhöhen.
Aus den Klageliedern des Propheten Jeremia. – HETH. – Der Herr hat beschlossen zu zerstören die Mauern der Tochter Sion. Er wandte seine Hand nicht ab von ihrer Vertilgung. Verwüstet liegt das Vorwerk und eingestürzt die Mauer. – TETH. – Im Boden versanken ihre Tore, vernichtet und zerstört hat er ihre Riegel. Ihre Könige und Fürsten sind zerstreut unter die Heiden, das Gesetz ist dahin. Ihre Propheten empfangen keine Weisheit mehr vom Herrn. – JOD. – Vor Tränen schwinden meine Augen hin, meine Seele ist verstört, das Herz will mir zerspringen wegen der Schande meines Volkes, da Kind und Säugling in den Straßen der Stadt verschmachten. – Jerusalem, Jerusalem kehre heim zum Herrn, deinem Gott.
(Wir stehen auf.)
V: Am Ölberg betete Jesus zum Vater: „Vater, wenn es möglich ist,
so gehe dieser Kelch an mir vorüber ..."
A: Der Geist ist zwar willig, / aber das Fleisch ist schwach. /
Wachet und betet, / dass ihr nicht in Versuchung fallet.
V: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibt hier und wacht mit mir.
Jetzt werdet ihr die Schar sehen, die mich ergreifen wird.
Ihr alle werdet fliehen, ich aber gehe hin, mich für euch zu opfern.
A: Seht, die Stunde ist nahe, / da der Menschensohn den Händen der Sünder ausgeliefert wird. /
Ihr alle werdet die Flucht ergreifen / ich aber gehe hin, mich für euch zu opfern.
V: Mit einem Freundschaftskuss verriet mich einer meiner Freunde.
„Den ich küssen werde, der ist es, den ergreift."
A: „Judas, mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn?" /
Der Herr ließ es geschehen und verweigerte ihm den Kuss nicht. /
Um 30 Silberlinge liefert Judas Jesus den Feinden aus.
V: „Habt ihr nicht wenigstens eine Stunde mit mir wachen können?"
A: Ihr, die ihr versprochen habt, / mit mir ins Gefängnis und sogar in den Tod zu gehen.
2. Du edles Angesichte, vor dem sonst alle Welt
erzittert im Gerichte, wie bist du so entstellt.
Wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht,
dem sonst ein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht't?
(Wir setzen uns.)
V: Herr, ich suche Zuflucht bei dir. Lass mich doch niemals scheitern!
A: Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit, / wende dein Ohr mir zu und hilf mir!
V: Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers, aus der Faust des Bedrückers und Schurken!
A: Herr, du bist ja meine Zuversicht meine Hoffnung von Jugend auf.
V: Verwirf mich nicht, wenn ich alt bin, verlass mich nicht, wenn meine Kräfte schwinden!
A: Denn meine Feinde reden schlecht von mir, / die auf mich lauern, beraten gemeinsam:
V: Sie sagen: „Gott hat ihn verlassen.
Verfolgt und ergreift ihn! Für ihn gibt es keinen Retter."
A: Gott, bleib doch nicht fern von mir! Mein Gott, eile mir zu Hilfe!
V: Ich aber will jederzeit hoffen, all deinen Ruhm noch mehren.
A: Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden und von deinen Wohltaten sprechen /
den ganzen Tag, / denn kann sie nicht zählen.
V: Meine Lippen sollen jubeln, denn dir will ich singen und spielen, meine Seele,
die du erlöst hast, soll jubeln.
A: Auch meine Zunge soll von der Gerechtigkeit reden den ganzen Tag. /
Denn alle, die mein Unglück suchen, / müssen vor Scham erröten und scheitern.
LAMED. – Zu ihren Müttern schreien sie: Wo ist Brot und Wein? Da sie hinsanken wie Verwundete in den Straßen der Stadt und in der Mutter Schoß ihr Leben aushauchten. – MEM. – Wem soll ich dich vergleichen, wem dich ähnlich achten, Tochter Jerusalem? Wen soll ich dir zur Seite stellen, dich zu trösten, Jungfrau, Tochter Sion? Denn groß wie das Meer ist dein Leid. Wer kann dich heilen? – NUN. – Falsche Propheten weissagten dir Trug und Torheit, sie deckten deine Schuld nicht auf, dich zur Buße zu führen, sondern sprachen Worte dir zum Trug und zur Verstoßung. – SAMECH. – Es klatschten in die Hände alle über dich, die des Wegen vorübergehen, sie spotten und schütteln den Kopf über die Tochter Jerusalem. Ist das die Krone der Schönheit, die Wonne der ganzen Erde? – Jerusalem, Jerusalem, kehre heim zum Herrn, deinem Gott.
(Wir stehen auf.)
V: Alle meine Freunde haben mich verlassen und meine Verfolger mich überwältigt. Einer, den ich liebte, hat mich verraten. Wut funkelte in ihren Augen. Mit grausamen Schlägen schlugen sie mich und Essig gaben sie mir zu trinken. Sie zählten mich zu den Verbrechern und schonten mein Leben nicht.
A: Mein teures Leben gebe ich in die Hände der Ruchlosen. / Es erheben sich gegen mich meine Feinde und sagen: / „Sammelt euch, beeilt euch, ihn zu zerreißen."
V: Schaut, wir haben ihn gesehen. Gestalt und Schönheit ist nicht an ihm.
Er hat unsere Sünden getragen und für uns leidet er. Er ist zerschlagen um unserer Sünden willen.
Durch seine Striemen sind wir geheilt.
Wahrlich, er trägt unser Leid, und unsere Schmerzen lud er auf sich.
A: Es brach eine Finsternis herein über das ganze Land, / als sie Jesus gekreuzigt hatten. /
Jesus rief mit lauter Stimme: /
„Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist!" / Und nach diesen Worten starb er. /
Der Vorhang des Tempels zerriss, / die Erde bebte, / Felsen spalteten sich und Gräber taten sich auf.
V: Meine Augen sind getrübt vom Weinen, denn er, der mein Trost war, ist fern von mir.
Ihr, die ihr vorübergeht, gebt acht und seht, ob ein Schmerz gleich meinem Schmerz ist.
3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht
ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht
hat alles hingenommen, hat alles hingerafft,
und so bist du gekommen von deines Leibes Kraft.
(Wir setzen uns.)
V: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage?
A: Ich bin ein Wurm und kein Mensch, / der Leute Spott, vom Volk verachtet.
V: Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
A: „Er wälze die Last auf den Herrn, / der soll ihn befreien!
Der reiße ihn heraus, / wenn er an ihm Gefallen hat!"
V: Sie sperren gegen mich ihren Rachen auf, reißende, brüllende Löwen.
A: Ich bin hingeschüttet wie Wasser, / gelöst haben sich all meine Glieder.
Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen.
V: Meine Kehle ist trocken wie eine Scherbe, die Zunge klebt mir am Gaumen,
du legst mich in den Staub des Todes.
A: Viele Hunde umlagern mich, / eine Rotte von Bösen umkreist mich. /
Sie durchbohrten mir Hände und Füße.
V: Man kann all meine Knochen zählen, sie gaffen und weiden sich an mir.
A: Sie verteilen unter sich meine Kleider / und werfen das Los um mein Gewand.
V: Entreiße mein Leben dem Schwert, mein einziges Gut aus der Gewalt der Hunde!
A: Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, / inmitten der Gemeinde dich preisen.
– ALEPH. – Ich bin der Mann, der das Elend sah unter der Rute seines Zornes. Mich hat er bedrängt, hat mich in Finsternis geführt und nicht zum Licht. – BETH. – Er ließ hinsiechen meinen ganzen Leib, zermalmte mein Gebein, er hat mich rings umdrängt, mit Galle und Mühsal mich umgeben, – GIMEL. – Er schloss mich ein, dass ich nicht entkomme; er belud mich mit Fesseln. Ob ich auch bete und rufe, er weist mein Flehen zurück. Er hat meinen Weg mit Quadern versperrt, meine Pfade zerstört. – Jerusalem, Jerusalem, kehre heim zum Herrn, deinem Gott.
(Wir stehen auf.)
V: Wie ein Lamm ward er zur Schlachtbank geführt und tat seinen Mund nicht auf.
Er ward in den Tod gegeben, um seinem Volke das Leben zu schenken.
A: Jerusalem, steh auf und lege deine Freudenkleider ah / und hülle dich in Sack und Asche, /
denn in dir wurde ermordet der Heiland der Welt. / Lass die Tränen fließen in Strömen Tag und Nacht.
V: Weine, mein Volk! Weinet, ihr Hirten, in Sack und Asche.
Denn der Tag des Herrn, der große und bittere, ist gekommen.
Ihr Priester, umgürtet euch, trauert und wehklagt. Ihr Diener des Heiligtums,
bestreut euch mit Asche, denn der Tag des Herrn, der große und bittere, ist gekommen.
A: Hinweggegangen ist unser Hirt, / die Quelle lebendigen Wassers. /
Bei seinem Hinscheiden hat sich die Sonne verfinstert.
V: Es trat eine Finsternis ein, als die Feinde Jesus gekreuzigt hatten.
Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!"
Und mit geneigtem Haupte gab er seinen Geist auf.
A: Seht, so stirbt der Gerechte / und niemand nimmt es sich zu Herzen.
Die Gerechten werden dahingerafft / und niemand achtet darauf.
(Wir knien.)
Der Priester nimmt die letzte brennende Kerze und trägt sie hinter den Hochaltar, (Symbol für die Grablegung unseres Herrn Jesus Christus).
Kurze Stille zur Besinnung.
Pr.: Wir sprechen gemeinsam das Schuldbekenntnis:
A: Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen,
und allen Brüdern und Schwestern,
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe
– ich habe gesündigt
in Gedanken, Worten und Werken –
durch meine Schuld, durch meine Schuld,
durch meine große Schuld.
Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
alle Engel und Heiligen
und euch Brüder und Schwestern,
für mich zu beten bei Gott, unserm Herrn.
Pr.: Erbarme dich unser, allmächtiger Gott,
lass uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben. Amen.
Segen und Entlassung
Eröffnung durch den Priester
1. Heil'ges Kreuz, sei hochverehret, Baum an dem der Heiland hing,
wo sich seine Lieb bewähret, Lieb die bis zum Tode ging.
Sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi, meines Herrn;
einstmals sehn wir dich verkläret, strahlend gleich dem Morgenstern.
(Wir setzen uns.)
Vorb.: Hilf mir, o Gott! Schon reicht mir das Wasser bis an die Kehle.
Alle: Ich bin in tiefen Schlamm versunken / und habe keinen Halt mehr.
V: Ich geriet in tiefes Wasser die Strömung reißt mich fort.
A: Zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf sind die, i die mich grundlos hassen.
V: Der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt; die Schmähungen derer,
die dich schmähten, haben mich getroffen.
A: Erhöre mich in deiner Huld, / Gott, hilf mir in deiner Treue
V: Entreiße mich dem Sumpf, damit ich nicht versinke!
A: Zieh mich heraus aus dem Verderben, / aus dem tiefen Wasser.
V: Lass nicht zu, dass die Flut mich überschwemmt, die Tiefe mich verschlingt,
der Brunnenschacht über mir seinen Rachen schließt!
A: Erhöre mich, Herr, in deiner Huld und Güte, / wende dich mir zu in deinem großen Erbarmen!
V: Verbirg nicht dein Gesicht vor deinem Knecht, denn mir ist Angst; erhöre mich bald!
A: Sei mir nah und erlöse mich! / Befrei mich, meinen Feinden zum Trotz!
V: Ganz krank bin ich vor Schmach; umsonst hab ich auf Mitleid gewartet, auf einen Tröster,
doch ich habe keinen gefunden.
A: Sie gaben mir Gift zu essen, / für den Durst reichten sie mir Essig. /
Ich bin elend und voller Schmerzen; / doch deine Hilfe o Gott, wird mich erhöhen.
Aus den Klageliedern des Propheten Jeremia. – HETH. – Gnade des Herrn ist es, dass wir nicht ganz vernichtet. Sein Erbarmen hat kein Ende. Der Herr ist mein Anteil, darum will ich auf ihn stets hoffen. – TETH. – Gütig ist der Herr gegen die Seele, die ihn suchet. Gut ist es dem Manne, wenn er sein Joch trägt von Jugend auf. – JOD. – Einsam sitzt er und schweigt, wenn das Joch auf ihn gelegt wird. Den Schlagenden bietet er die Wange und wird mit Schmach gesättigt. – Jerusalem, Jerusalem, kehre heim zum Herrn, deinem Gott.
(Wir stehen auf.)
V: Am Ölberg betete Jesus zum Vater: „Vater, wenn es möglich ist,
so gehe dieser Kelch an mir vorüber ..."
A: Der Geist ist zwar willig, / aber das Fleisch ist schwach. /
Wachet und betet, / dass ihr nicht in Versuchung fallet.
V: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibt hier und wacht mit mir.
Jetzt werdet ihr die Schar sehen, die mich ergreifen wird.
Ihr alle werdet fliehen, ich aber gehe hin, mich für euch zu opfern.
A: Seht, die Stunde ist nahe, / da der Menschensohn den Händen der Sünder ausgeliefert wird. /
Ihr alle werdet die Flucht ergreifen / ich aber gehe hin, mich für euch zu opfern.
V: Mit einem Freundschaftskuss verriet mich einer meiner Freunde.
„Den ich küssen werde, der ist es, den ergreift."
A: „Judas, mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn?" /
Der Herr ließ es geschehen und verweigerte ihm den Kuss nicht. /
Um 30 Silberlinge liefert Judas Jesus den Feinden aus.
V: „Habt ihr nicht wenigstens eine Stunde mit mir wachen können?"
A: Ihr, die ihr versprochen habt, / mit mir ins Gefängnis und sogar in den Tod zu gehen.
2. Heil'ges Kreuz, sei unsre Fahne, die uns führt durch Kampf und Not;
die uns halte, die uns mahne, treu zu sein bis in den Tod.
Sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi, meines Herrn;
einstmals sehn wir dich verkläret, strahlend gleich dem Morgenstern.
(Wir setzen uns.)
V: Herr, ich suche Zuflucht bei dir. Lass mich doch niemals scheitern!
A: Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit, / wende dein Ohr mir zu und hilf mir!
V: Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers, aus der Faust des Bedrückers und Schurken!
A: Herr, du bist ja meine Zuversicht meine Hoffnung von Jugend auf.
V: Verwirf mich nicht, wenn ich alt bin, verlass mich nicht, wenn meine Kräfte schwinden!
A: Denn meine Feinde reden schlecht von mir, / die auf mich lauern, beraten gemeinsam:
V: Sie sagen: „Gott hat ihn verlassen.
Verfolgt und ergreift ihn! Für ihn gibt es keinen Retter."
A: Gott, bleib doch nicht fern von mir! Mein Gott, eile mir zu Hilfe!
V: Ich aber will jederzeit hoffen, all deinen Ruhm noch mehren.
A: Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden und von deinen Wohltaten sprechen /
den ganzen Tag, / denn kann sie nicht zählen.
V: Meine Lippen sollen jubeln, denn dir will ich singen und spielen, meine Seele,
die du erlöst hast, soll jubeln.
A: Auch meine Zunge soll von der Gerechtigkeit reden den ganzen Tag. /
Denn alle, die mein Unglück suchen, / müssen vor Scham erröten und scheitern.
– ALEPH. – Ach, wie ist das Gold verdunkelt, verblasst der herrliche Glanz. Die Steine des Heiligtums liegen verstreut in allen Gassen. – BETH. – Sions Söhne, die Gefeierten, in feinstes Gold gekleidet, sind wertlos geachtet wie irdene Gefäße, wie Töpfergebilde. – GIMEL. – Selbst die Schakale reichen ihre Brust und stillen ihre Jungen. Die Tochter meines Volkes aber ist grausam geworden, wie der Strauß in der Wüste. – DALETH – Die Zunge des Säuglings klebt vor Durst am Gaumen; die Kindlein bitten um Brot und niemand bricht es ihnen. – HE. – Die sonst Leckerbissen aßen, verschmachten auf den Wegen; die man in Purpur legte, sind auf Unrat gebettet. – VAU. – Die Schuld meines Volkes ist größer als Sodomas Sünde, das plötzlich zerstört ward, ohne dass eine Menschenhand helfen konnte. – Jerusalem, Jerusalem, kehre heim zum Herrn, deinem Gott!
(Wir stehen auf.)
V: Alle meine Freunde haben mich verlassen und meine Verfolger mich überwältigt. Einer, den ich liebte, hat mich verraten. Wut funkelte in ihren Augen. Mit grausamen Schlägen schlugen sie mich und Essig gaben sie mir zu trinken. Sie zählten mich zu den Verbrechern und schonten mein Leben nicht.
A: Mein teures Leben gebe ich in die Hände der Ruchlosen. / Es erheben sich gegen mich meine Feinde und sagen: / „Sammelt euch, beeilt euch, ihn zu zerreißen."
V: Schaut, wir haben ihn gesehen. Gestalt und Schönheit ist nicht an ihm.
Er hat unsere Sünden getragen und für uns leidet er. Er ist zerschlagen um unserer Sünden willen.
Durch seine Striemen sind wir geheilt.
Wahrlich, er trägt unser Leid, und unsere Schmerzen lud er auf sich.
A: Es brach eine Finsternis herein über das ganze Land, / als sie Jesus gekreuzigt hatten. /
Jesus rief mit lauter Stimme: /
„Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist!" / Und nach diesen Worten starb er. /
Der Vorhang des Tempels zerriss, / die Erde bebte, / Felsen spalteten sich und Gräber taten sich auf.
V: Meine Augen sind getrübt vom Weinen, denn er, der mein Trost war, ist fern von mir.
Ihr, die ihr vorübergeht, gebt acht und seht, ob ein Schmerz gleich meinem Schmerz ist.
3. Heil'ges Kreuz, du Siegeszeichen, selig, wer auf dich vertraut;
sicher wird sein Ziel erreichen, wer auf dich im Leben schaut.
Sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi, meines Herrn;
einstmals sehn wir dich verkläret, strahlend gleich dem Morgenstern.
(Wir setzen uns.)
V: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage?
A: Ich bin ein Wurm und kein Mensch, / der Leute Spott, vom Volk verachtet.
V: Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
A: „Er wälze die Last auf den Herrn, / der soll ihn befreien!
Der reiße ihn heraus, / wenn er an ihm Gefallen hat!"
V: Sie sperren gegen mich ihren Rachen auf, reißende, brüllende Löwen.
A: Ich bin hingeschüttet wie Wasser, / gelöst haben sich all meine Glieder.
Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen.
V: Meine Kehle ist trocken wie eine Scherbe, die Zunge klebt mir am Gaumen,
du legst mich in den Staub des Todes.
A: Viele Hunde umlagern mich, / eine Rotte von Bösen umkreist mich. /
Sie durchbohrten mir Hände und Füße.
V: Man kann all meine Knochen zählen, sie gaffen und weiden sich an mir.
A: Sie verteilen unter sich meine Kleider / und werfen das Los um mein Gewand.
V: Entreiße mein Leben dem Schwert, mein einziges Gut aus der Gewalt der Hunde!
A: Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, / inmitten der Gemeinde dich preisen.
Es beginnt das Gebet des Propheten Jeremia:
Gedenke, o Herr, was uns widerfahren. Schau her auf unsere Schmach. Unser Erbe ist Fremden zugefallen, unsere Heimat den Heiden. Wir sind Waisen geworden, vaterlos, und unsere Mütter sind Witwen. Unser Wasser trinken wir um Geld, müssen unser Holz mit Gold bezahlen. Die Verfolger sitzen uns auf dem Nacken und gönnen dem Ermatteten keine Ruhe. Unsere Väter haben gesündigt, sie sind nicht mehr, doch ihre Sünden müssen wir jetzt büßen, Die Knechte sind jetzt unsere Herren geworden, niemand rettet uns aus ihrer Hand. Mit Gefahr des Lebens holen wir unser Brot in der Wüste, in Furcht vor dem Schwerte, Braun gebrannt wie ein Ofen sind wir vom Glutwind des Hungers. Unsere Jungfrauen schänden sie in den Städten von Juda. - Jerusalem, Jerusalem, kehre heim zum Herrn, deinem Gott.
(Wir stehen auf.)
V: Wie ein Lamm ward er zur Schlachtbank geführt und tat seinen Mund nicht auf.
Er ward in den Tod gegeben, um seinem Volke das Leben zu schenken.
A: Jerusalem, steh auf und lege deine Freudenkleider ah / und hülle dich in Sack und Asche, /
denn in dir wurde ermordet der Heiland der Welt. / Lass die Tränen fließen in Strömen Tag und Nacht.
V: Weine, mein Volk! Weinet, ihr Hirten, in Sack und Asche.
Denn der Tag des Herrn, der große und bittere, ist gekommen.
Ihr Priester, umgürtet euch, trauert und wehklagt. Ihr Diener des Heiligtums,
bestreut euch mit Asche, denn der Tag des Herrn, der große und bittere, ist gekommen.
A: Hinweggegangen ist unser Hirt, / die Quelle lebendigen Wassers. /
Bei seinem Hinscheiden hat sich die Sonne verfinstert.
V: Es trat eine Finsternis ein, als die Feinde Jesus gekreuzigt hatten.
Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!"
Und mit geneigtem Haupte gab er seinen Geist auf.
A: Seht, so stirbt der Gerechte / und niemand nimmt es sich zu Herzen.
Die Gerechten werden dahingerafft / und niemand achtet darauf.
(Wir knien.)
Der Priester nimmt die letzte brennende Kerze und trägt sie hinter den Hochaltar, (Symbol für die Grablegung unseres Herrn Jesus Christus).
Kurze Stille zur Besinnung.
Pr.: Wir sprechen gemeinsam das Schuldbekenntnis:
A: Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen,
und allen Brüdern und Schwestern,
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe
– ich habe gesündigt
in Gedanken, Worten und Werken –
durch meine Schuld, durch meine Schuld,
durch meine große Schuld.
Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
alle Engel und Heiligen
und euch Brüder und Schwestern,
für mich zu beten bei Gott, unserm Herrn.
Pr.: Erbarme dich unser, allmächtiger Gott,
lass uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben. Amen.
Segen und Entlassung
Christi Himmelfahrt
14. Mai 2026, 08:30 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
Pfingstsonntag
24. Mai 2026, 08:30 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
Die Pfarrkirche St. Nikolaus nimmt als bedeutendstes Denkmal neugotischer Kirchenarchitektur in Tirol eine dominante Stellung für das Stadtbild ein. Der Bau erfolgte 1881 nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil und wurde 1885 geweiht.
Bereits im Jahre 1313 stand an dieser Stelle eine Kapelle.
Das Patrozinium feiern wir am 6. Dezember.

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