
Welches Buch wurde zuletzt in euer Angebot aufgenommen, von dem du sagst, das würde ich unbedingt zur Lektüre empfehlen?Brigitte (Hötting): Den Roman „Fünf Tage im Mai" von Elisabeth R. Hager. Ully, eine junge Frau, die in einem Dorf in Tirol aufwächst, lässt uns rückblickend an fünf Maitagen teilhaben, die einschneidende Ereignisse in ihrem Leben beschreiben. Die innige Beziehung zu ihrem Urgroßvater spielt dabei eine große Rolle. Der Autorin gelingt es, zwischenmenschliche Gefühle sehr treffend zu beschreiben. Ein lesenswertes Buch!
Monika (Hungerburg): Mir fällt das neueste Buch des rumänisch-ungarischen Schriftstellers György Dragoman „Löwenchor" ein. Das ist eine Sammlung von Novellen, kurzen Erzählungen, die sich um Musik drehen. Dragoman beschreibt gekonnt, wie Kinder und Erwachsene mit Tönen, Klängen und Instrumenten in Beziehung stehen. Für alle - besonders für Musikinteressierte - ein eindrückliches Buch!
Monika: Auch wenn sich die ersten „geschriebenen Worte" in Keilschrift um wirtschaftliche Belange gehandelt haben und die ersten Geschichten mündlich überliefert wurden, lagert in Bibliotheken das Wissen der Welt, gedruckt und virtuell. Literatur ist einer der besten Wege, sich in fremde Menschen, Situationen, Zeiten und Länder hinein zu versetzen und somit zu verstehen.
Brigitte: Das geschriebene Wort bedeutet mir sehr viel. Es steht vor allem für Beständigkeit. Einmal gelesen bzw. geschrieben bleibt es in Erinnerung und manchmal sogar für immer und ewig. Außerdem verbinde ich Lesen mit
Wissenserweiterung, Fortbildung und Entspannung - Kino im Kopf, denn es entstehen viele eigene Bilder vor dem geistigen Auge.
Brigitte: Bei der Auswahl sind wir frei, aber natürlich haben wir unsere Informationskanäle: Zum Beispiel unsere Leserschaft. Für sie legen wir eine Wunschliste aus, auch wenn man sich mit der Zeit kennt und damit die Vorlieben zu einer bestimmten Literatur. Manche warten schon brennend auf den Fortsetzungsroman eines bestimmten Autors. Auch im Rahmen von Fortbildungen bekommen wir Neues vom Büchermarkt vorgestellt. Gelegentlich stoßen wir über Buchrezensionen auf interessante Literatur, und ich scheue mich nicht, zur Buchhandlung zu gehen und zu fragen, was derzeit besonders gefragt ist. Ideal ist es, wenn über unser Büchereiteam verschiedene Lesergruppen
in ihren Interessen vertreten sind. - Als ich meine Mitarbeit in der Bücherei Hötting begonnen hatte, waren meine Kinder gerade in der Volksschule. Mein Blick war damals deshalb klar auf den Kinderbuchbestand gerichtet.
Ich führte neue Serien hauptsächlich für Kinder im Volksschulalter ein und legte meinen Fokus auf DVD´s und CD´s zur Freude unserer kleinen Besucher.
Monika: Wir besprechen uns auch im Team. Uns fällt auf, dass vor allem neueste Literatur gefragt ist. 90 % unserer BüchereibesucherInnen gehen sofort auf das Regal zu, wo wir die Neuerscheinungen auslegen. Unsere Leserschaft ist größtenteils weiblich. Es kommen dreimal so viel Frauen als Männer zur Ausleihe. Bei unseren Frauen sind Belletristik und Krimis gefragt. Männer suchen meist nach Sachbüchern, z.B. mit historischem Bezug.
Damit überhaupt Platz für Neues ist, müssen wir regelmäßig den über die Jahre gewachsenen Bestand aussortieren. Das fällt schwer, muss aber sein, denn wir sind ja kein Archiv und haben nur begrenzt Stellplatz.
Es sind deutlich mehr Frauen als Männer, die zu euch kommen. Wie steht es mit den Kindern und wie oft habt ihr geöffnet?Monika: Auf der Hungerburg leben derzeit viele Familien mit kleinen Kindern. Auch sie kommen in unsere Bücherei. Bei der Auswahl neuer Medien liegt unser Augenmerk deshalb auch auf Kinder ansprechende Bilderbücher, Sachbücher, Videos und auf Comics. Wir haben einen guten Kontakt zum Kindergarten und laden regelmäßig zu Kinderveranstaltungen ganz unterschiedlicher Art ein: zu Malwerkstatt, Figurentheater oder zu Mit-Mach-Theater. Es gibt auch einige Angebote für Erwachsene im Jahr, meist Abende mit besonderen Musikgruppen. Sie sind gut besucht, der Saal ist meist voll. Heuer veranstalten wir im Spätherbst einen Musikabend in der Theresienkirche mit einem Bläserensemble. Geöffnet haben wir während der Woche dreimal: am Montag von 15:00 bis 17:00 Uhr, am Mittwoch und Freitag von 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr. Diese Zeiten haben wir seit Jahren und sie haben sich bewährt.
Brigitte: Auch bei uns in Hötting ist die Bücherei weiblich und das in jeder Beziehung: Unser Team ist durchwegs weiblich und bei der Kundschaft haben auch Frauen mit Abstand Oberhand. Das Besondere bei uns ist, dass immer Donnerstag morgens die Schülerinnen und Schüler der Volksschule Hötting einmal im Monat zu uns kommen – ein Lehrer besucht uns mit seinen Kindern sogar alle drei Wochen – und das, obwohl die Schule mit einer eigenen Schulbibliothek ausgestattet ist. Die Zusammenarbeit mit der Volksschule Hötting und der Leiterin der Schulbibliothek
funktioniert durchwegs sehr gut. Nachmittags haben wir ebenfalls am Mittwoch und Freitag geöffnet. In der Regel sind es Damen, die zu dieser Zeit zu uns kommen. Die vorübergehende Schließung der Stadtbücherei jedoch und gleichzeitig unsere Aufnahme in den Online-Verbund der Innsbrucker Büchereien, „INNSBOOK", verhalfen uns zu neuer Kundschaft bei Müttern mit Klein- oder Volksschulkindern. Die Leserinnen und Leser können über uns Medien aller Büchereien ausleihen, die „INNSBOOK" angehören.
Wer finanziert eure Büchereien?Monika: Die Finanzierung der Bücherei läuft zum Großteil über die Stadt. Nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel stellt sie uns ein
Budget zu Verfügung. Und zwar für den Neukauf von Medien, zur Durchführung unserer Bücherei-Veranstaltungen, Einrichtung und Computerausstattung. In Sonderfällen können wir zusätzlich beim Land ansuchen.
Brigitte: Das war im letzten Jahr bei uns in der Höttinger Bücherei der Fall. Durch die Umstellung auf eine EDV-geführte Buchausleihe war die Anschaffung einer Computeranlage notwendig geworden. Dafür haben wir eine ordentliche Landesförderung erhalten. Eine weitere Geldquelle ist der Büchereiverband Österreich (BVÖ). Um bei dieser Stelle Unterstützung zu erhalten, müssen öffentliche Büchereien der Pfarren Kriterien erfüllen: wie zum Beispiel die Mitarbeit mindestens einer Person, die über eine bibliothekarische Ausbildung verfügt, mindestens sechs Stunden wöchentliche Öffnungszeit und der Nachweis, dass das vorgegebene Verhältnis von Medienbestand und Anzahl der Ausleihe erreicht wird.
Monika: Die Pfarren stellen uns die Räumlichkeiten und tragen die Strom- und Heizkosten, sowie und die Internet- und Telefongebühren. Sie sind Träger der Büchereien. Und wir Mitarbeiterinnen machen alle unsere Arbeit ehrenamtlich
Brigitte: Der Büchereiverband Österreich bietet diese Ausbildung an und finanziert sie auch. Sie gliedert sich in drei Blöcke jeweils eine Woche lang. Die erste Ausbildungswoche fand bei mir in Innsbruck statt, die beiden anderen Wochen am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung
in Strobl am Wolfgangsee. Diese zwei Ausbildungsblöcke haben mir persönlich besonders viel gebracht, weil der Austausch mit anderen Bibliothekarinnen so wertvoll ist - zu hören, was diese unternehmen, dass ihre Bücherei lebendig bleibt und Zukunft hat. Die Ausbildung endet mit einer Abschlussarbeit, die man schriftlich vorlegen und präsentieren muss. Ich zum Beispiel behandelte das Thema „Neupositionierung und Systematisierung des
Kindersachbuchbestandes". Die Arbeit daran war schon ein ziemlicher zeitlicher Aufwand, den ich aber gerne auf mich nahm!
Monika: Bei mir ging´s um die „Entwicklung, Vorbereitung und Durchführung einer Bücherei-Veranstaltung für Kinder". Mir hat es Freude gemacht, dieses Projekt zu dokumentieren und zu präsentieren. Außer mir und Sabine sind noch neun weitere jüngere und ältere Frauen in unserem Hungerburger Bücherei-Team tätig, manche schon dreißig Jahre. Jede hat ihr Spezialgebiet und entsprechend sind auch die Aufgaben verteilt. Wir treffen uns einmal im Monat, besprechen alle Angelegenheiten und wann wer zu den Öffnungszeiten die Ausleihe übernimmt. Unsere Zusammenarbeit funktioniert hervorragend, und ohne Team würde das alles nicht funktionieren. 33 Jahre gibt es die Pfarrbücherei schon auf der Hungerburg. Frau Gisela Holzner war die Initiatorin, und ich durfte schon damals mit dabei sein, noch als ganz junge Frau. Mich haben Literatur und ihre Vermittlung immer schon interessiert.
Und wie steht es um die Geschichte der Bücherei Hötting?Brigitte: Die Ursprünge liegen in der Arbeit der Legio Mariens. Bücher für ältere und kranke Menschen wurden in einer Bücherstellage gesammelt. Nachdem diese überquoll, fand man in der Sakristei der Höttinger Kirche Platz, dann im Jugendheim in der Schneeburggasse, schließlich im Widum Hötting und hier seit dem Umbau 1994 unter Pfarrer Werner Seifert im Untergeschoss. Ich selbst bin engagiert seit unsere Kinder in der Volksschule waren, mittlerweile sind sie erwachsen, ich aber bin immer noch dabei und seit 2008 Hauptverantwortliche in unserem Team bestehend aus einem Kern von vier Frauen. Manche unserer treuen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen haben die Umstellung auf die neue Technologie zum Anlass genommen, ihr aktive Zeit bei uns zu beenden. Sie hinterlassen eine große Lücke! - An dieser Stelle herzlichen Dank für eure langjährige, wertvolle Mitarbeit für unsere Pfarrbücherei!
Brigitte: Es liegt auf der Hand: Wir in Hötting brauchen dringend Nachwuchs - unser Mitarbeiter- Team ist zu klein! Ein großes Thema sind Veranstaltungen der Bücherei. Wir laden zwar jährlich im Rahmen der Aktionswochen der Innsbrucker Büchereien zu einer Veranstaltung ein - wie zum Beispiel einer Autorenlesung -, doch wir würden gerne noch mehr unternehmen. Falls jemand sich also engagieren möchte, ist sie oder er herzlich willkommen. Man sollte Bücher „mögen", ansonsten geht's nur darum, sich so einzubringen, wie man´s gerne tut. Es gibt viele Bereiche, die abgedeckt werden müssen: zuallererst natürlich der Verleih, aber auch der Medienankauf und die Katalogisierung und Präsentation der Medien. Natürlich freuen wir uns über weitere Kundschaft und besonders über Leserinnen und Leser aus St. Nikolaus.
Monika: Unrealistische Wünsche sind Barrierefreiheit und bessere Kenntlichmachung der Bücherei, was beides vom Gebäude her nicht möglich zu sein scheint. Aber wer weiß?! - Jedenfalls würde sich unser Team sehr über zahlreichen Besuch bei unserem Konzert mit dem Bläserensemble um Hannes Arnold freuen. Es fi ndet am 8. November um 20:00 Uhr in der Theresienkirche statt. Der Eintritt ist kostenlos – über Spenden sind wir dankbar! Im Anschluss fi ndet ein kleiner Imbiss für alle mit den Musikern statt. Und: Wir freuen uns, wenn wir in Zukunft im Dreiklang regelmäßig über Veranstaltungen und aktuelle Bücher berichten dürfen.
Christi Himmelfahrt
14. Mai 2026, 08:30 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
Pfingstsonntag
24. Mai 2026, 08:30 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
Die Pfarrkirche St. Nikolaus nimmt als bedeutendstes Denkmal neugotischer Kirchenarchitektur in Tirol eine dominante Stellung für das Stadtbild ein. Der Bau erfolgte 1881 nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil und wurde 1885 geweiht.
Bereits im Jahre 1313 stand an dieser Stelle eine Kapelle.
Das Patrozinium feiern wir am 6. Dezember.

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