2. Feb 2019
St. Nikolaus Klaus Spielmann

Danke, Pfarrer Franz - Der Herr schenke dir ewige Freude!

20 Jahre lang, von 1989 – 2009, hat Pfarrer Franz unsere Pfarre und unseren Stadtteil geprägt und ist einer von uns geworden. Bei seiner Verabschiedung vor fast zehn Jahren haben wir uns darüber Gedanken gemacht, was den Priester, den Menschen Franz Mayr ausgemacht hat. Was war das Besondere an ihm? - Franz war ein Mensch, der das Herz am rechten Fleck hatte, ein Mensch, der Lebensfreude und Gottvertrauen ausstrahlte. Er war authentisch in seinem Tun und hielt mit Kritik nicht hinter dem Berg. Als geradliniger Osttiroler war er traditionsbewusst und doch offen für Neues. Er liebte die Natur und die Berge – da musste es nicht immer das Brandjoch sein - und die Geselligkeit. Er ist auf die Menschen zugegangen, ein Pfarrer zum Angreifen und dadurch auch angreifbar. Weit über St. Nikolaus hinaus bekannt war Franz auch für seine Großzügigkeit und Gastfreundschaft und sein Gespür für alte und kranke Menschen, das er in den letzten Jahren eindrucksvoll in Hochrum unter Beweis stellte.
Wer einmal eine Taufe, eine Hochzeit oder ein Begräbnis mit Franz erlebt hat, hat dies nicht so schnell vergessen. Genauso wie seine Predigten, bei denen er uns immer wieder die Liebe Gottes zu uns Menschen vor Augen gehalten hat.

Mit seinen vielen Ideen und seiner schier unerschöpflichen Kraft hat er uns oft ganz schön auf Trab gehalten. Viel Neues hat in diesen 20 Jahren Einzug bei uns gehalten wie z.B die Auferstehungsfeier am Morgen mit anschließendem Frühstück, Roratemessen, Kindermetten, Wortgottesdienste, Buß- und Versöhnungsfeiern, Exerzitien im Alltag, Abendandachten am Donnerstag und das regelmäßige Pfarrkaffee am Sonntag. Es gab Lektorenschulungen, WortgottesdienstleiterInnen, und KommunionhelferInnen wurden ausgebildet und die SCHOLA gegründet, die den Volksgesang nicht nur bei diversen „Kanons" unterstützte.

Aber auch als Bauherr war er unermüdlich tätig. Da hat er übrigens in Diakon Wolfgang einen würdigen Nachfolger gefunden.

Ein Höhepunkt war sicher das Jubiläumsjahr „150 Jahre Pfarre
St. Nikolaus" im Jahr 2001. In diesem und auch in den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Begegnungen mit anderen Kulturen und Religionen, aber auch zu Kontakten nach Afrika. Heute noch feiern wir die Freitagabendmesse mit Geistlichen aus dem Canisianum und erleben so ein wenig Weltkirche.

Ein offenes Ohr hatte er auch immer dann, wenn es darum ging, Aktionen des Dekanates und der Diözese zu unterstützen, und er hat sich auch trotz manchem Widerstand für Flüchtlinge eingesetzt. So wie es auch heute wieder aktuell ist.
Und noch eine weitere Frucht des Jubiläumsjahres soll nicht unerwähnt bleiben: Der engere Kontakt mit dem Haus St. Josef, in dem Pfarrer Franz regelmäßig Gottesdienste feierte.

Zum Schluss möchte ich noch den Pfarrgemeinderat und Pfarrkirchenrat erwähnen. Hier war das große Anliegen von unserem Pfarrer ein Miteinander, das durch für alle unvergessliche Klausuren und Ausflüge gestärkt wurde. So unvergesslich wie die unzähligen Feste und Feiern, an die wohl viele von uns denken, wenn wir von unserem Pfarrer sprechen: Feste, um aus dem Alltag auszusteigen, näher zusammen zu rücken, sich kennen zu lernen und Pfarre zu leben. Er selbst hat sich ja immer wieder als Pfarrer vom Alpenzoo bezeichnet und vielleicht nicht ganz unrecht damit gehabt.

Und so wollen wir uns nun von ihm mit einem großen Vergelt´s Gott für die vielen Spuren, die er bei uns hinterlassen hat, verabschieden. Herr, gib ihm die ewige Freude und das ewige Licht leuchte ihm. Amen.

Herta Peer, PGR Obfrau St. Nikolaus

 

Der gute Hirte ist heimgegangen. Pfarrer Franz Mayr (19. 11. 1939 - 25. 1. 2019)

Er war unser geliebter alter Pfarrer von St. Nikolaus, zugleich der letzte Pfarrer, den St. Nikolaus noch „alleine für sich" hatte. Der Bauernbub aus Strassen ist am 25. Jänner 2019 im Priesterstock des Sanatoriums Hochrum im 80. Lebensjahre heimgegangen. Der hochstudierte Monsignore, Doktor der Theologie, Oberstudienrat, Leiter des Bischöflichen Schulamtes, Verbindungsseelsorger, Ehrenbürger von Birgitz, war priesterlich ein leutseliger und humorvoller, sozial denkender und - wenn es denn angemessen war - entschlussfester Mensch. Titel waren ihm fremd. Sein Wirken als unser Pfarrer (von 1989- 2010) war von grund-legendem Respekt, prinzipiellem Wohlwollen und viel Gespür für die An-den-Rändern-des-Lebens-Stehenden getragen. Priesterliches „Getue" und „Gehabe" waren ihm fremd. Insofern war er ganz im Stile von Papst Franziskus. Er war das, was man erfrischend eine natürliche Autorität bezeichnen darf.
Die Kirche hat er, rein institutionell gesehen, nüchtern betrachtet. Er war in Tirol ein Vertreter der mitunter recht kurienkritischen Priesterinitiative.

Wertvolles hat er durch die lebens(an)leitende Kommunikative Theologie, der auch ein Besuch in Kenia gewidmet war, gelernt.
Seine Haltung der Sorge leitete sein Fühlen und Handeln auch als Religionslehrer an Pflichtschulen, an Innsbrucks HASCH und HAK und als Seelsorger: in Mösern, Thaur, Wilten-West, St. Paulus, Birgitz (wo er auch Ehrenbürger war), Pfaffenhofen und St. Nikolaus (seinem längstwährenden Seelsorgsort) und nach seiner Pensionierung im Sanatorium Hochrum.

Sein im wahrsten Sinne seelsorgendes Tun galt in den knapp 53 Jahren seines priesterlichen Wirkens allen, kirchennah und kirchenfern, auch den „Staudenhockern", seinen MitarbeiterInnen und LehrerInnen im bischöflichen Schulamtsdienst, seinen Pfarreien, dem Priesterrat, der Gesprächsoase, in besonderer Weise aber den Kranken und früh schon den Flüchtlingen.

Ein offenes Herz für die Am-Rande Stehenden, für die Ökumene sowie sein Einfühlen in die Situation Geschiedener und ein großes Verstehen der Anders- und Nicht(mehr)glaubenden zeichneten ihn aus.
Ja, unser pastor bonus ist heimgegangen. Die Wohnung für ihn war bereitet. Er hat sie gefunden. Der hl. Petrus hat ihm wohl ein Gläschen Wein kredenzt und dann haben alle St. Nikolauser, die ihn erlebt haben und schon eine Etage höher sind, seinen Lieblingschoral "Schweiget und höret" angestimmt. Besonders die, die hienieden krank waren und ihn herunten sorgsam und tröstend erlebt haben und denen er besonders zugetan war, freuen sich nun, dass sein Leiden aufgehört hat. Auch das Pfarrcafé trauert: Sein Stammgast ging heim. Wie gern hat er doch zu einem Stamperl eingeladen oder zu einem Gastmahl eingeladen und humorig alle um sich vereint.

Pfarrer Franz wusste um den tiefen Sinn von Brot-Brechen, Danke-Sagen und Gastfreundschaft. Nun ist er im Haus des Herrn dort, wo unser aller Urheimat ist.
Die Schäfchen seiner Pfarrweide sind in Trauer und im Glauben an die Auferstehung vereint. Der treue Diener Gottes fehlt herunten, aber wir brauchen ihn fürsprechend auch so dringend oben. Du wirst mit uns nicht arbeitslos. Auch oben hast du einen Fulltimejob!
Vergiss diese deine St. Nikolauser Schäfchen nicht, lieber guter Pfarrer Franz! Und sag nur nicht, da oben sei es schöner als in St. Nikolaus!

Peter Stöger, Pfarrgemeinderat St. Nikolaus

 

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