Zum diesjährigen Krippenausflug machten wir uns bei Regenschauer in St. Nikolaus auf und landeten in einer tief winterlichen Landschaft in Mieders im Stubaital. Es schneite den ganzen Nachmittag, was den Ausflug noch stimmiger machte.

Die längste Runde besuchte acht Häuser, wo wir weit über 20 Krippen bestaunen durften. Gleich bei den ersten Krippen konnte ich eine Besonderheit feststellen, die ich so noch nie gesehen hatte und die, wie es scheint, in Mieders Tradition ist. Von den Bäumen flogen geschnitzte Vögel weg. Diese waren mit Draht befestigt, sodass sie tatsächlich in der Luft schwebten. Alle Krippen – mit einer einzigen Ausnahme – hatten diese fliegenden Vögel integriert.

Die Vielfalt der Krippen ist auch in Mieders schier unerschöpflich und natürlich gibt es zu jeder Krippe eine Geschichte, was für diesen Beitrag aber weit führen würde. Ich werde daher über die mir am interessantesten erscheinenden Details und die, die mir am meisten im Gedächtnis geblieben sind, erzählen.

Ein Schnitzer, der nebenbei unglaublich kleine Figuren schnitzt (er hatte sogar eine Krippe in einem Bilderrahmen in den Christbaum integriert), hat Maria bei der Herbergsuche auf einen Holzwagen geschnitzt, den ein Esel zieht. Er erzählte uns, dass er sich nicht vorstellen könne dass Maria hochschwanger noch einen so weiten Weg zurück legen hätte können und da Josef ein findiger Zimmermann gewesen sein muss, hatte er ihr wohl eine Wagen gezimmert. Dieses Detail fand ich sehr berührend.

In einem Haus sahen wir quasi in der Werkstatt im Erdgeschoß eine große Krippe deren Figuren auch selbst geschnitzt wurden. Die Vorlagen dazu holte sich der Schnitzer bei einer anderen Krippe im Dorf die wir später besichtigten und durchaus Parallelen feststellen konnten. Dann wurden wir in den ersten Stock ins „Museum" geführt was wahrlich nicht übertrieben war. In einem einzigen Raum befanden sich noch einmal elf Krippen. Von einer Papier-Fastenkrippe über große und kleine Weihnachtskrippen mit war alles vorhanden.

 Wieder ein anderes Haus hatte ein unglaublich festlich geschmücktes Wohnzimmer mit Liebe zum Detail. Es gab eine „Hauptkrippe", die nach Aussagen der Hausherrin jedes Jahr ein wenig erweitert wird und vier weitere Krippen. Eine Krippe im Schrank, was wir ein paar Häuser zuvor schon gesehen hatten. Eine Krippe im Eck des Raumes und eine, die mir besonders gut gefiel – wie ein Bilderrahmen an der Wand, der in die Wand hineinreicht. Die Besitzerin klärte uns über unsere Verwunderung auf, dass die gesamte Wand sozusagen als Möbel über den Sommer weg geräumt wird. Das fand ich sehr raffiniert. Die vierte Krippe hätte ich fast überseheh, die war in eine Glaskugel eingearbeitet und aufgehängt.
Eine Krippe hatte sogar die „Flucht der heiligen Familie" dargestellt, wie Maria mit dem Jesuskind am Esel reitet, der von Josef geführt wird.
Fast alle Krippen hatten einen wunderschön gemalten Hintergrund. Eine Krippe faszinierte mich besonders. Da sah man fast keinen Unterschied zwischen Krippe und Hintergrund, es sah aus, als würde man tatsächlich in die Ferne blicken. Auch die Ecken waren nicht zu erkennen, so wunderbar war alles aufeinander abgestimmt. Bei einer anderen Krippe machte Pater Josef uns auf ein seltenes Detail aufmerksam. Am Hintergrund waren die Jünger von Emmaus und Jesus Grab mit Maria von Magdala abgebildet. Laut Pater Josef werden diese Details selten bis gar nicht auf Krippen abgebildet.
Weiters konnten wir Krippen in Laternen, in Baumstümpfen und in Fenstern betrachten. So eine Vielfalt an Krippen habe ich noch nie gesehen!

 

Weitere Bilder

 Autorin: Sophia Wildauer

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