
Die Strafgefangenen waren von Anfang an meine Lehrer. Seit sechzig Jahren gehe ich als Ordensmann ehrenamtlich in die Gefängnisse, und ich habe immer für den Tag gedankt, an dem ich zum ersten Mal dieser verborgenen Welt begegnete. An diesen Blicken wurde mir klar, dass ich an ihrer Stelle stehen könnte, wenn mein Leben eine andere Richtung genommen hätte. Wir Christen erliegen oft einer gewissen Selbsttäuschung, in der Meinung besser zu sein als andere, als würde uns die Tatsache, dass wir in der Lage sind, uns um die Armen kümmern, eine solche Überlegenheit erlauben, dass wir nach Gutdünken und ohne jede Möglichkeit einer Berufung über andere urteilen und sie oft verurteilen.
Christus hat sich in seinem Leben für die Letzten entschieden und wollte bei ihnen sein: Er weilte an den vergessenen Rändern der Welt unter Dieben, Aussätzigen, Prostituierten und Betrügern. Er wollte mit ihnen Elend, Einsamkeit und Unruhe teilen. Ich dachte immer, dies sei die wahre Bedeutung seiner Worte: »Ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen« (Mt 25,36).
Wenn ich von einer Zelle zur anderen gehe, sehe ich den Tod, der da drinnen wohnt. Das Gefängnis fährt fort, die Menschen bei lebendigem Leib zu begraben – das sind Lebensläufe, die niemand mehr will. Christus spricht dabei jedes Mal zu mir: „Mach weiter, hör nicht auf. Nimm sie weiterhin in deine Arme." Ich kann nicht anders als auf ihn zu hören. Selbst im schlimmsten Menschen ist er immer anwesend, egal wie besudelt seine Vergangenheit auch ist. Ich muss einfach meiner Hektik Einhalt gebieten, schweigend vor den vom Bösen entstellten Gesichtern stehen bleiben und ihnen mit Erbarmen zuhören. Nur so kann ich diesen Menschen annehmen, wenn ich den Fehler, den er begangen hat, ausblende. Nur so kann er Vertrauen haben und die Kraft wiederfinden, sich dem Guten anheimzugeben, indem er ein anderes Bild von sich bekommt, als das, das er jetzt von sich hat.
Herr Jesus, dein durch so viel Böses entstellter Körper ist nun in ein Laken gewickelt und auf die nackte Erde gebracht: das ist die neue Schöpfung. Deinem Vater vertrauen wir die Kirche an, die aus deiner geöffneten Seite geboren ist, damit sie sich angesichts des Versagens und des Anscheins niemals ergibt, sondern weiterhin hinausgeht, um allen die frohe Botschaft des Heils zu bringen.
Lasst uns beten.
Gott, du Anfang und Ende von allem, der du im Tod und in der Auferstehung Christi die ganze Menschheit erlöst hast, schenke uns die Weisheit des Kreuzes, damit wir fähig werden, uns deinem Willen zu überlassen und ihn mit einem frohen und dankbaren Herzen anzunehmen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Aschermittwoch
18. Feb 2026, 19:00 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
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Palmsonntag
29. Mär 2026, 08:15 Uhr
Schlosshof Büchsenhausen
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Die Pfarrkirche St. Nikolaus nimmt als bedeutendstes Denkmal neugotischer Kirchenarchitektur in Tirol eine dominante Stellung für das Stadtbild ein. Der Bau erfolgte 1881 nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil und wurde 1885 geweiht.
Bereits im Jahre 1313 stand an dieser Stelle eine Kapelle.
Das Patrozinium feiern wir am 6. Dezember.

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