
Es war das erste Mal, dass ich gefallen bin, aber dieser Sturz war tödlich. Ich habe einem Menschen das Leben genommen. Es dauerte nur einen Tag, um von einem unbescholtenen Leben zu einer Tat zu gelangen, die eine Verletzung aller Gebote beinhaltet. Ich fühle mich wie eine heutige Version jenes Verbrechers, der Christus anfleht: „Denk an mich!" Ich stelle mir vor, dass er nicht nur Reue empfunden hat, sondern sich dessen bewusst war, dass er auf dem falschen Weg ist. Ich erinnere mich an das kalte und widrige Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin. Es genügte, bei anderen eine Schwäche zu finden, und schon machte man sich darüber lustig. Ich suchte ehrliche Freunde, ich sehnte mich danach, so akzeptiert werden, wie ich war, aber es gelang mir nicht. Ich litt am Glück der anderen, sie waren für mich wie Stöcke zwischen den Speichen, sie verlangten von mir nur Opfer und Regeln, die zu respektieren sind: Ich fühlte mich allen gegenüber fremd und wollte mich um jeden Preis rächen.
Mir war nicht bewusst, dass das Böse in mir langsam immer mehr anwuchs. Eines Abends dann brach meine Stunde der Dunkelheit an. Auf einmal und wie eine Lawine entlud sich meine Erinnerung an all das Unrecht, das ich in meinem Leben erlitten hatte. Der Zorn erwürgte die Liebenswürdigkeit, und ich beging ein Unrecht, das unermesslich größer war als alles, was ich selbst erlitten hatte. Die Schmähungen der anderen im Gefängnis brachten mich dazu, mich selbst zu verachten. Ich war soweit, Schluss zu machen, ich war am Limit. Ich hatte auch meine Familie an den Abgrund gebracht; durch mich verloren sie ihren Familiennamen und ihre Ehre, man nannte sie nur noch die Familie des Mörders. Ich suche nicht nach Rechtfertigungen oder Haftverkürzung, ich werde meine Strafe bis zum letzten Tag verbüßen, denn im Gefängnis habe ich Menschen gefunden, die mir mein verlorenes Vertrauen wiedergegeben haben.
Nicht glauben zu können, dass es in der Welt Güte geben würde, war mein erster Sturz. Der zweite, der Mord, war fast eine Folge – ich war innerlich bereits tot.
Herr Jesus, auch du bist auf den Boden gefallen. Das erste Mal ist es vielleicht besonders schwer, weil alles neu ist. Der Aufprall ist heftig und man ist verwirrt. Wir wollen deinem Vater all jene anvertrauen, die sich in ihren eigenen Gründen verschließen und nicht in der Lage sind, die begangene Schuld anzuerkennen.
Lasst uns beten.
Gott, der du den Menschen von seinem Sturz aufgerichtet hast, wir bitten dich: Komm unserer Schwachheit zu Hilfe und öffne uns die Augen, damit wir die Zeichen deiner Liebe erkennen können, mit der unser Alltag übersät ist. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Aschermittwoch
18. Feb 2026, 19:00 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
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Palmsonntag
29. Mär 2026, 08:15 Uhr
Schlosshof Büchsenhausen
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Die Pfarrkirche St. Nikolaus nimmt als bedeutendstes Denkmal neugotischer Kirchenarchitektur in Tirol eine dominante Stellung für das Stadtbild ein. Der Bau erfolgte 1881 nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil und wurde 1885 geweiht.
Bereits im Jahre 1313 stand an dieser Stelle eine Kapelle.
Das Patrozinium feiern wir am 6. Dezember.

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