
Nicht einen Augenblick hatte ich die Versuchung, meinen Sohn aufgrund seiner Verurteilung im Stich zu lassen. Am Tag seiner Verhaftung änderte sich unser ganzes Leben. Die ganze Familie ging mit ihm ins Gefängnis. Auch heute hat sich die verurteilende Menge nicht beruhigt, es ist wie eine scharfe Klinge: Die auf uns alle gerichteten Finger machen das Leid, das wir eh schon in unseren Herzen tragen, noch größer.
Die Wunden wachsen im Laufe der Zeit und rauben uns sogar den Atem.
Ich spüre die Nähe der Gottesmutter. Sie hilft mir, nicht von der Verzweiflung erdrückt zu werden und die Bosheit zu ertragen. Ich habe ihr meinen Sohn anvertraut. Nur Maria kann ich meine Ängste anvertrauen, die auch sie beim Aufstieg auf den Kalvarienberg gespürt hat. In ihrem Herzen wusste sie, dass ihr Sohn keine Chance gegen die Bosheit der Menschen haben würde, aber sie ließ ihn nicht im Stich. Sie stand da, teilte seinen Schmerz und leistete ihm mit ihrer Anwesenheit Gesellschaft. Ich stelle mir vor, dass Jesus, wenn er aufsah, ihrem liebevollen Blick begegnete und sich nie allein fühlte.
Das will auch ich tun.
Ich nahm die Schuld meines Sohnes auf mich, ich bat auch um Vergebung für das, was ich zu verantworten habe. Ich bitte um die Gnade, die nur eine Mutter empfinden kann, damit mein Sohn wieder ins Leben zurückkehren kann, nachdem er seine Zeit abgesessen hat. Ich bete ständig für ihn, damit er von Tag zu Tag ein anderer Mensch wird und von neuem fähig, sich selbst und andere zu lieben.
Herr Jesus, die Begegnung mit deiner Mutter ist vielleicht die bewegendste und schmerzlichste auf dem Kreuzweg. In das Aufeinandertreffen ihres und deines Blickes nehmen wir die Blicke der Familie und der Freunde hinein, die sich wegen des Schicksals ihrer Lieben zerrissen und ohnmächtig fühlen.
Lasset uns beten.
Maria, Mutter Gottes und Mutter der Kirche, treue Jüngerin deines Sohnes, wir kommen zu dir und wollen deinem liebevollen und fürsorglichen Blick und der Sorge deines mütterlichen Herzens das laute Rufen der Menschheit anvertrauen, die seufzt und leidet in Erwartung des Tages, an dem alle Tränen von unseren Gesichtern abgewischt sein werden. Amen.
Aschermittwoch
18. Feb 2026, 19:00 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
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Palmsonntag
29. Mär 2026, 08:15 Uhr
Schlosshof Büchsenhausen
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Die Pfarrkirche St. Nikolaus nimmt als bedeutendstes Denkmal neugotischer Kirchenarchitektur in Tirol eine dominante Stellung für das Stadtbild ein. Der Bau erfolgte 1881 nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil und wurde 1885 geweiht.
Bereits im Jahre 1313 stand an dieser Stelle eine Kapelle.
Das Patrozinium feiern wir am 6. Dezember.

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