
Durch meine Arbeit habe ich Generationen von Kindern geholfen, aufrecht zu gehen. Eines Tages fand ich mich dann am Boden wieder. Es war, als hätte man mir den Rücken gebrochen: Meine Arbeit wurde zum Vorwand für eine schändliche Verurteilung. Ich kam ins Gefängnis, das Gefängnis brach in mein Haus ein. Seither wurde ich zum Stadtstreicher: Ich habe meinen Namen verloren, man ruft mich mit dem Namen des Verbrechens, dessen mich die Justiz beschuldigt, ich bin nicht mehr Herr meines Lebens. Wenn ich darüber nachdenke, werde ich an dieses Kind mit den kaputten Schuhen, den nassen Füßen und der verschlissenen Kleidung erinnert – ich war einmal dieses Kind. Dann, eines Tages, die Verhaftung: drei Männer in Uniform, ein strenges Verfahren, das Gefängnis, das mich in seinen Betonmauern lebendig verschlingt.
Das Kreuz, das man mir auf meine Schultern geladen hat, ist schwer. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, es anzunehmen, ihm ins Gesicht zu sehen, es beim Namen zu nennen. Wir verbringen ganze Nächte damit, uns gegenseitig Gesellschaft zu leisten. In den Gefängnissen kennt jeder einen Simon von Zyrene: das ist der zweite Name all der ehrenamtlichen Helfer, die diesen Kalvarienberg besteigen, um anderen beim Tragen ihres Kreuzes zu helfen; es sind Menschen, die nicht dem Gesetz des Rudels folgen, sondern auf ihr Gewissen hören. Ein solcher Simone von Zyrene ist auch mein Zellengenosse. Ich lernte ihn kennen in der ersten Nacht, die ich im Gefängnis verbrachte. Er war ein Mann, der jahrelang auf einer Parkbank gelebt hatte, ohne Zuneigung oder Einkommen. Sein einziger Reichtum war eine Packung Brioches. Er liebte Süßes, bestand aber darauf, dass ich meiner Frau etwas davon mitnahm, als sie mich zum ersten Mal besuchte. Sie brach in Tränen aus aufgrund dieser unerwarteten und fürsorglichen Geste.
Ich werde im Gefängnis alt und ich träume davon, dass ich eines Tages den Menschen wieder vertrauen kann.
Ich möchte auch so ein Simon von Zyrene werden, um irgendjemand eine Freude zu machen.
Herr Jesus, von deiner Geburt an und bis hin zu der Begegnung mit jenem Fremden, der dir das Kreuz getragen hat, wolltest du auf unsere Hilfe angewiesen sein. Wie Simon von Zyrene wollen auch wir unseren Brüdern und Schwestern nahe sein und im Einklang mit der Barmherzigkeit des Vaters ihnen das Joch des Bösen erleichtern, das sie niederdrückt.
Lasset uns beten.
Gott, du Beschützer der Armen und Trost der Bedrängten, belebe uns mit deiner Gegenwart und hilf uns, das angenehme Joch deines Liebesgebots jeden Tag zu tragen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Aschermittwoch
18. Feb 2026, 19:00 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
Details
Palmsonntag
29. Mär 2026, 08:15 Uhr
Schlosshof Büchsenhausen
Details
Die Pfarrkirche St. Nikolaus nimmt als bedeutendstes Denkmal neugotischer Kirchenarchitektur in Tirol eine dominante Stellung für das Stadtbild ein. Der Bau erfolgte 1881 nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil und wurde 1885 geweiht.
Bereits im Jahre 1313 stand an dieser Stelle eine Kapelle.
Das Patrozinium feiern wir am 6. Dezember.

Hier finden Sie alles, was in unserer Pfarrgemeinde auf den ersten Blick verborgen ist.