
Wenn ich an einem Gefängnis vorbeikam, wandte ich mich ab. „Da drin werde ich sicher nicht landen", sagte ich mir. Die Male, wo ich hinsah, befielen mich Melancholie und Dunkel. Es war ein Gefühl, als ob ich an einem Friedhof mit lebenden Toten vorbeikäme. Eines Tages landete ich dann zusammen mit meinem Bruder selbst hinter Gittern. Als ob das noch nicht genug wäre, brachte ich auch noch meinen Vater und meine Mutter da hinein. Das Gefängnis, ein ehedem fremder Ort, wurde zu unserer Heimat. In einer Zelle waren wir Männer, in einer anderen unsere Mutter. Ich sah sie an und ich schämte mich. Ich fühle mich nicht mehr als Mensch. Wegen mir werden sie im Gefängnis alt.
Zweimal bin ich gefallen. Das erste Mal, als ich der Faszination des Bösen nachgab und mir der Drogenhandel besser erschien als die Arbeit meines Vaters, der sich zehn Stunden am Tag abrackerte. Das zweite Mal ging ich zu Boden, als ich, nachdem ich die Familie ruiniert hatte, anfing, mich zu fragen: „Wer bin ich, dass Christus für mich stirbt?" Der Schrei Jesu – »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun« – spiegelt sich in den Augen meiner Mutter. Sie nahm die Schande aller Männer des Hauses auf sich, um die Familie zu retten. Dieser Schrei Jesu spiegelt sich auch im Gesicht meines Vaters, der insgeheim in seiner Zelle verzweifelt ist. Erst heute kann ich das zugeben. In jenen Jahren wusste ich nicht, was ich tat. Jetzt, wo ich es weiß, versuche ich mit Gottes Hilfe, mein Leben wiederaufzubauen. Das bin ich meinen Eltern schuldig. Vor Jahren haben sie unsere teuersten Sachen versteigert, weil sie nicht wollten, dass ich auf der Straße lebe. Ich bin es aber vor allem auch mir selbst schuldig. Die Vorstellung, dass das Böse weiterhin mein Leben dominiert, ist unerträglich. Dies ist mein Kreuzweg geworden.
Herr Jesus Christus, wieder liegst du am Boden – niedergedrückt von meiner Anhänglichkeit an das Böse, von meiner Angst, kein besserer Mensch sein zu können. Gläubig wenden wir uns an deinen Vater und beten zu ihm für all jene, die sich der Macht Satans, der Anziehungskraft seiner Werke und seinen tausend Verführungsformen noch nicht entziehen konnten.
Lasset uns beten.
Gott, du lässt uns nicht in der Dunkelheit und im Schatten des Todes. Hilf uns in unserer Schwäche, befreie uns von den Fesseln des Bösen und schütze uns mit dem Schild der Macht deiner Liebe, damit wir auf ewig das Loblied deiner Barmherzigkeit singen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Aschermittwoch
18. Feb 2026, 19:00 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
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Palmsonntag
29. Mär 2026, 08:15 Uhr
Schlosshof Büchsenhausen
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Die Pfarrkirche St. Nikolaus nimmt als bedeutendstes Denkmal neugotischer Kirchenarchitektur in Tirol eine dominante Stellung für das Stadtbild ein. Der Bau erfolgte 1881 nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil und wurde 1885 geweiht.
Bereits im Jahre 1313 stand an dieser Stelle eine Kapelle.
Das Patrozinium feiern wir am 6. Dezember.

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