
Wie oft habe ich als Tochter eines Häftlings die Frage gehört: „Haben Sie ihren Vater gern? Denken Sie manchmal an den Schmerz, den ihr Vater den Opfern zugefügt hat?" In all diesen Jahren bin ich der Antwort nie ausgewichen: „Natürlich ist es für mich unmöglich, nicht daran zu denken", sage ich. Dann stelle ich ihnen auch eine Frage: „Haben sie schon einmal daran gedacht, dass ich vor allen anderen ein Opfer der Taten meines Vaters war? Seit achtundzwanzig Jahren sitze ich die Strafe ab, ohne einen Vater aufzuwachsen." All diese Jahre habe ich in Wut, Unruhe und Melancholie gelebt. Sein Fehlen ist immer schwerer zu ertragen. Ich habe Italien von Süden nach Norden durchquert, um in seiner Nähe zu sein: Ich kenne die Städte nicht wegen ihrer Sehenswürdigkeiten, sondern wegen der Gefängnisse, die ich besucht habe. Ich komme mir vor wie Telemach auf der Suche nach seinem Vater Odysseus. Ich bin auf einem Giro d'Italia der Gefängnisse im Auf und Ab der Gefühle.
Vor Jahren verlor ich meine Liebe, weil ich die Tochter eines Häftlings bin; meine Mutter fiel einer Depression zum Opfer, die Familie brach zusammen. Ich mit meinem kleinen Gehalt blieb übrig und muss die Last dieser verkorksten Geschichte tragen. Das Leben zwang mich, eine Frau zu werden, ohne dass mir die Zeit blieb, ein Kind zu sein. Bei uns zuhause ist alles ein Kreuzweg. Papa ist einer von denen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Am Tag meiner Hochzeit träumte ich davon, ihn an meiner Seite zu haben – auch damals konnte er nur aus Hunderten von Kilometern Entfernung an mich denken. „Das ist das Leben!", sage ich mir immer wieder, um mir selbst Mut zu machen. Es stimmt: Es gibt Eltern, die aus Liebe lernen, das Heranreifen ihrer Kinder abzuwarten. Bei mir ist es so, dass ich aus Liebe Papas Rückkehr abwarte.
Für Menschen wie uns ist Hoffnung Pflicht.
Herr Jesus, deine Ermahnung an die Frauen von Jerusalem hören wir als eine Warnung für jeden von uns. Sie lädt uns zur Bekehrung ein, dass wir von einer Gefühlsreligion zu einem Glauben gelangen, der in deinem Wort verwurzelt ist. Wir beten für alle, die gezwungen sind, die Bürde der Schande, das Leid der Verlassenheit, das Fehlen eines lieben Menschen zu ertragen. Und wir bitten für einen jeden von uns, dass nicht die Fehler der Väter auf ihre Kinder zurückfallen.
Lasset uns beten.
Gott, Vater voller Güte, du lässt deine Kinder in den Prüfungen des Lebens nicht im Stich. Gib uns die Gnade, in deiner Liebe geborgen zu sein und uns immer deiner tröstlichen Gegenwart zu erfreuen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Aschermittwoch
18. Feb 2026, 19:00 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
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Palmsonntag
29. Mär 2026, 08:15 Uhr
Schlosshof Büchsenhausen
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Die Pfarrkirche St. Nikolaus nimmt als bedeutendstes Denkmal neugotischer Kirchenarchitektur in Tirol eine dominante Stellung für das Stadtbild ein. Der Bau erfolgte 1881 nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil und wurde 1885 geweiht.
Bereits im Jahre 1313 stand an dieser Stelle eine Kapelle.
Das Patrozinium feiern wir am 6. Dezember.

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