
Einmalig machen es die Menschen, und ich mag den ursprünglich dörflichen Charakter von Hötting mit den vielen Vereinen und den damit verbundenen Traditionen – und das doch in Stadtnähe! Wir haben viele Zugezogene. Diese Mischung aus „Urhöttingern" und Zugezogenen, bringt neues Leben, neue Wertvorstellungen zu den alten Traditionen, die hier sehr gepflegt werden. Genau diese Mischung, Deutsche, Italiener, Südtiroler, Vorarlberger, genau das macht's aus und so hat sich das Hötting verändert und das Schöne ist, dass man zusammengewachsen ist. Ich hab´ das nie als störend empfunden und hoffe die anderen, die hergezogen sind, auch nicht - sonst wären sie wahrscheinlich wieder weggezogen, wenn's ihnen nicht so gefallen hätte.
Ich bin vielleicht ein Mensch, der nicht gern anschafft, aber ich hab´ so meine Vorstellungen und Wünsche, und wenn ich eine Idee hab´, dann setze ich die um, arbeite gern mit Leuten zusammen. Ich bin immer eine Arbeiterin - bis heute - und ich hatte eine Idee für die Pfarre Hötting – darf ich das so sagen? - Ja sicher! Also die Idee war damals: Wir haben 1989 mit Werner Seifert einen neuen Pfarrer bekommen, und mein Mann war damals im Pfarrgemeinderat, als Pfarrer Seifert gemeint hat, er höre so viele Stimmen in Hötting, was den Leuten passt und was nicht, und er möchte einfach eine Umfrage machen, welche Ideen es gibt. Da ging ich mit meinem Mann prompt hin, war aber überrascht, dass so wenig´ Leute kamen. Pfarrer Seifert fragte damals, ob es Vorschläge gibt. Ich hab´ mich gemeldet und gesagt: Ich hätte doch einen Vorschlag, weil es mir auf die Nerven ging, dass Kinder - auch meine - in der Kirche keinen Platz haben und man sie ruhig halten müsse und sie sich nicht rühren dürften. Ich schlug deshalb eine eigene kurze Messe für die Mütter mit Kindern vor, und wenn es Räumlichkeiten gäbe, könnte man ja danach miteinander frühstücken um sich näher kennenzulernen. Der Pfarrer meinte daraufhin, am Widum ´was anbauen zu wollen und so könne man diese Idee umsetzen. Zwei oder drei Jahre sind ins Land gegangen, da war das Pfarrheim gebaut – und die Mutter-Kind-Messe eingeführt: Jeden Mittwoch um 8:45 Uhr. Ich hab´s fest herumerzählt und mit Müttern geredet, und wir hatten großen Zuspruch. Damals waren die Mütter noch nicht berufstätig, und es kamen jede Woche teilweise 25 kleine Kinder mit ihren Mamas - das ganz Jahr hindurch außer in den Schulferien.
Ja, schon ein biss´l, ich bin immer da - bei jeder Arbeit. Was mich auszeichnet, ist vielleicht, dass die Leute sehen, dass ich nicht nur eine Idee habe und die weitergebe, sondern das auch umsetze. Und aus dem heraus sind dann viele andere Initiativen entstanden, Handarbeits- und Kekseback-Runden usw.
Ja, das stimmt.
Ja, das zu hundert Prozent.
Wenn die Leute sehen, dass man selber mitarbeitet, dann hast du in „Null-Komma-Nix" Mitarbeiter*Innen. An dieser Stelle ein herzliches Danke an alle, die immer so fleißig helfen und geholfen haben. Die Kinderliturgie ist entstanden, als die eigenen Kinder noch klein waren und unser Kooperator Chrysanth nach Hötting kam. Mit ihm war es ein Leichtes, die Kindermessen in Hötting über viele Jahre umzusetzen. Ich hatte liturgische Kurse besucht, weil ich nicht von etwas reden wollte, von dem ich nichts weiß.
Im Pfarrgemeinderat hat man die Chance zum Mitgestalten und zum Einbringen neuer Ideen. Nach meiner Meinung geht manches nicht weiter, weil die Übergänge nicht gelingen. Zur rechten Zeit muss man sich zurückziehen und den Jungen eine Chance geben. Mir wurde diese große Chance gegeben und das wünsche ich mir jetzt für die heutige Jugend, dass sie sagen können, ich geh´ da hinein, ich täte dies oder das gerne, und wie machen wir das gemeinsam ... - Ich glaube, man sollte das als Chance für die Pfarre sehen, dass man selbst auch einmal aufhört, damit die Jungen nachrücken und etwas Neues wachsen kann.
Entscheidend ist: Die Leute wollen sich engagieren, aber nicht binden. Ich glaube, das ist in unserer Gesellschaft am allerschwierigsten. Da geht's der Kirche gleich wie den Vereinen, die um ihre Mitglieder werben. Ich hab´ so viele Frauen gekannt und nur ganz wenige sind als Mitglieder zum Familienverband gegangen, die letzten drei Jahre überhaupt niemand. Also dieses Binden entweder mit Engagement oder mit Mitgliedsbeitrag ist ganz schwierig.
Bei den Kindern ist es so, dass sie nicht mehr bei den Gottesdiensten sind, weil das „Schicken" wie vor 50 Jahren, als wir am Sonntag zur Messe geschickt wurden, heute nicht mehr funktioniert.
Es müsste deshalb etwas geben, was die Kinder so anspricht, dass sie sagen: Du Mama, da gehen wir wieder hin. Ein ganz guter Ansatz war - und das hat mir sehr gut gefallen, als die Kinder am Palmsonntag beim Pfarrkaffee Ostereier angemalt und sie Pfarrer Marek im Widumgarten aufgehängt hatte. Da waren dann doch viele Kinder da, und ich hab´ mir gedacht, das ist genau das, was es braucht, etwas, was von den Kindern selbst kommt.
Das braucht alles Zeit! Ich finde, der Seelsorgeraum ist noch einmal eine spezielle Aufgabe, weil es viel braucht, die eingefahrenen Wege zu verlassen und auch andere Vorstellungen gelten zu lassen. Wir sollten uns besser vernetzen und nicht sagen, ich mache eine eigene Kindermesse und ihr macht's eine eigene Kindermesse, statt dass man sagt, wir machen einmal die Kindermesse herunten in St. Nikolaus oder Hötting und einmal oben auf der Hungerburg.
Offensein für Neues und Platz lassen für Bewährtes. Aber aus Erfahrung weiß ich: Manchmal braucht es auch Geduld und Glaube, dass Neues nur entstehen kann, wenn man ihm Raum und Zeit gibt. Und so wünsche ich uns allen, dass so manche neue Idee auf offene Ohren, Hände und Herzen stößt und unsere Pfarren mit neuen Leben erfüllt.
Nichts zu danken!
Palmsonntag
29. Mär 2026, 08:15 Uhr
Schlosshof Büchsenhausen
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Erste St. Nikolauser Trauermette
1. Apr 2026, 19:00 Uhr
Pfarrkirche St. Nikolaus
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Die Pfarrkirche St. Nikolaus nimmt als bedeutendstes Denkmal neugotischer Kirchenarchitektur in Tirol eine dominante Stellung für das Stadtbild ein. Der Bau erfolgte 1881 nach Plänen von Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil und wurde 1885 geweiht.
Bereits im Jahre 1313 stand an dieser Stelle eine Kapelle.
Das Patrozinium feiern wir am 6. Dezember.

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